reality


MG-Leipzig-Witzwettbewerb

Die Resonanz auf die Militante Gruppe Leipzig ist stark, hat diese doch mit relativ kleinem Einsatz großes Interesse beim Volk geweckt. Da es bei „Tommy T.“ mit der militanten Praxis aber scheinbar nicht ganz so weit her war, können wir uns auch die Hoffnung auf weitere lesenswerte theoretische Begründungen seines menschenverachtenden linksextremistischen Terrors abschminken. Sehr sehr schade. Und so müssen wir nun wohl oder übel selbst in die Tasten hauen, um auch über sein Bekennerschreiben und die Ergänzungen hinaus etwas humoristischen Mehrwert zu gewinnen. Die besten Einsendungen werden selbstverständlich freiheitlich-demokratisch in geheimer Wahl gekürt, prämiert und ein paar Tage später wieder vergessen.

Also – wer wirft den ersten Witz?

sooooomewheeeere ….

regenbogen

„Möglich, dass sich T. in dieser Phase radikalisierte.“

Nein, nicht ich. Aber der Spaß scheint vorbei zu sein, wie die LVZ zu berichten weiß (via):

Ein 24-jähriger Leipziger, der für zumindest einen der Brandanschläge der vergangenen Tage verantwortlich sein soll, ist am Donnerstag vorläufig festgenommen worden. […]

Dass Tommy T. der Mann sein könnte, der die Internet-Logistik aufbaute, über welche die „Militante Gruppe“ anonymisiert ihre Bekennerschreiben und Internetbotschaften verschickte, ist denkbar. Immerhin ist der 24-Jährige ein ausgewiesener Experte. Bis vor ein paar Wochen war er Gesellschafter und Filialleiter einer bekannten Computerkette mit mehreren Läden in Leipzig und Umgebung.

„Er war immer korrekt, wollte Karriere machen, gutes Geld verdienen“, so ein Ex-Geschäftspartner. „Irgendwann gegen Ende 2009 ließ er sich immer mehr hängen, hat Dinge schleifen lassen, so dass wir uns von ihm trennen mussten.“ Möglich, dass sich T. in dieser Phase radikalisierte. Dass der Tatverdächtige der linksextremen Szene angehört, wurde bislang nicht bestätigt.

Noch ist meine Umfrage jedoch nicht obsolet, vielleicht wird’s verschwörungstechnisch doch ein Knaller …

Umfrage zur Militanten Gruppe Leipzig ⇒

Um dem allgemeinen Interesse um die „Militante Gruppe Leipzig“ gerecht zu werden und meine eigenen voyeuristischen Bedürfnisse zu befriedigen, habe ich auf der Startseite rechts mal eine Umfrage zum Thema geschalten. Der MG-Leipzig-Witzwettbewerb und die Wetten zum grandiosen Finale folgen …

Bekennerschreiben der Militanten Gruppe Leipzig online …

… und ist wie der Rest doch nur Satire! Beziehungsweise Nazis. Oder irgendsolche … naja, die rollen die Militanzdebatte jedenfalls wieder GANZ GROSS auf! Oder schrubben bald irgendwo Arbeitsstunden, bei deren geballter Intelligenz . Ich zitiere mal aus dem Nachtrag:

Nach disem Schreiben haben wir in den Leserkommentaren der LVZ deutlich Abstand von der Feuerattacke auf das Wohnhaus der linken Genossen im Täubchenweg genommen. Das hat kaum einer erwähnt. Würden wir Linke angreifen wollen, wäre dies schon längst geschen. Das Atari, Linxxnet, Connie Island und andere Einrichtungen, gehören doch eher zu einem unserer geliebten Treffpunkten, als dass wir diese in Schutt und Asche legen.

Die halten das Atari und das Conne (ja, nur mit e) für linke Läden, hehe. Oh, und das ist auch köstlich:

Die Militante Gruppe hat am frühen Morgen des 31.01.2009 ernuet zugeschlagen.

Diesmal traf es die Bonzenkarre eines BMW-Fahrers in der Berhnhardstraße in Leipzig. Wir haben die Kiste durch Einwerfen mittels Pflasterstein zunächst geöffnet und anschließend einen brennbaren Gegenstand in den Bonzenkarren geworfen. Wir hoffen, es brannte die gesamte Dreckskarre aus.
Sobald sich die Gelegenheit ergibt, werden Polizeifahrzeuge in Brand gesetzt. Sollten uns Bullen daran hindern, werden sie mittels Schusswaffen niedergeschossen. Bulle: Sei auf der Hut!

Aber es wird noch besser. Etwa wie sie versuchen riseup.net zu diskreditieren oder mit vermeintlichen Technikkenntnissen zu prahlen:

Die Militante Gruppe Leipzig nutzt zur Versendung von Bekenner-Emails den AktivistInnen-Dienst unter www.riseup.net dieser stellt uns E-Mail Accounts zur Verfügung welche SSL und TLS verschlüsselt genutzt werden können. Desweiteren hat riseup.net nutz Riseup.net ein Verfahren das die Absender aus dem Header der Nachricht nicht mit überträgt (ein guter Grund, sein web.de, gmx.de, yahoo.de Account sofort zu löschen)! Unser E-Mail-Anbieter zeigt deutlich an, dass das Aufzeichnen von IP-Adressen deaktiviert und alle Nutzerdaten verschlüsselt werden.

Wie Heise im (mittlerweile versteckten) Beitrag schon titelte:

Geisteskranke oder False-Flag-Operation?

Man weiß es noch nicht. Es bleibt spannend.

Schneemiez baun

1. Plan machn:

2. Kugel rolln:

3. Nochmal überdenkn:

4. Alles kaputtschlaaahn:

„denk ich an Deutschland …“


(Aus dem Aufruf des Theaterfestivals „Deutsche Geschichten“)

Hat Leipzig endlich seine eigene Militante Gruppe?

Da das Bekenner(_innen?)schreiben an die LVZ und nicht an dieses Blog geschickt wurde und ein Cabrio statt eines Fixies als Symbol für Reichtum herhalten muß, sage ich: Nein – Alles Fake!
Wahrscheinlich haben die LVZ-Redakteure selbst die Brände gelegt und hoffen nun wie immer mit schlechter Rechtschreibung und zweifelhaftem Inhalt zu unverdientem Ruhm und mir zustehender Medienehre zu gelangen. Aber urteilt selbst:

„Die Militante Gruppe Leipzig bekennt sich hiermit zu 2 von 3 Anschlägen auf Fahrzeuge im Raum Leipzig durch Feuerlegen.“ Gemeint seien die Brandstiftungen in der Anna-Kuhnow-Straße, wo am Donnerstag kurz vor 6.15 Uhr ein Honda-Cabrio ausgebrannt war, sowie das Abfackeln eines Transporters mit fabrikneuen Polizeifahrzeugen gegen 6.45 Uhr in der Crusiusstraße. „Dies gilt einmal als Zeichen gegen die verdammten Bonzen, die ihr Fahrzeug Marke Cabrio als Statussymbol ihres Reichtums verwenden und einmal gegen die Polizei, welche immer wieder brutal gegen friedliche linke AktivistInnen vorgeht“, so die Verfasser. „Es werden weitere Anschläge gegen Einrichtungen der Regierung und Unterstützer der Kriegsmaschinerie folgen. Schon innerhalb der nächsten Tage.“ Auch die LVZ könne zum Ziel werden. Die Gruppe kündigte „Inbrandsetzen von PKW der Mitarbeiter“ sowie des Redaktionsgebäudes an. […] Allerdings vermissen Experten des Staatsschutzes in dem Schreiben – das Original offenbart eine gravierende Rechtschreibschwäche der Verfasser – typische Merkmale üblicher Bekennerprosa. Mithin könnten auch unpolitische Trittbrettfahrer mit bizarrem Humorverständnis oder ein irrer Einzeltäter dahinter stecken, heißt es.

Von wegen! Den Unpolitischen oder Irren es in die Schuhe zu schieben könnte diesen Bonzen so passen! Aber so nicht!

Interpassivität

Interpassivität ist eine Handlungsform, durch welche das eigene Genießen bzw. sonstige Empfindungen an andere Menschen oder Dinge delegiert werden. Interpassiv sind: Dosengelächter in Fernsehshows, Klageweiber in mediterranen Trauerfeiern, Denkmäler (die sich an unserer Stelle erinnern), das Christentum sowieso (Jesus leidet für uns), Pornovideos (stellvertretender Sex), der Chor in der antiken Tragödie, die parlamentarische Demokratie (Entscheidungsdelegation), das aktuelle Stück von René Pollesch, das Herunterladen tausender Filme, die wir nie sehen werden (das Genießen wird dem Computer überlassen) usw.

Nein, ich geh‘ nicht da hin. Ich geh‘ wahrscheinlich da hin. Echte Kunst.

oh yeah mann, das ist pop!

Wir sehen uns!

In Gedanken dann doch beim wahren Ultra, der letzte Nacht sowas von unerwartet starb. Auf daß ihm alle seine Wünsche erfüllt werden, Geschmack hatte er genug. Wir sehen uns in seiner Show! Und weil ich von ihm kein Video hab gibt’s eins von Patrick McGoohan, dessen Tod sich zufällig heute jährt:

Lotte

Vor ein paar Stunden war es soweit. Stetig erwartet und doch immer gefürchtet. Das schmerzende Aus.

Ich erinnere mich noch daran, als ob es gestern war. Wie ich sie damals kennenlernte voll brennender Leidenschaft und treuloser materialistischer Gier. Doch sie wuchs mir an’s Herz wie sonst kaum eine. Es entwickelte sich eine Beziehung, die nur schwer in Worte zu fassen ist. In ihrer Leidenschaft, ihren Widersprüchen, ihrer unendlich tiefen Zuneigung und ja – in ihrer Abhängigkeit.

Lotte war mir mehr als eine treue Geliebte, Freundin, Helferin, Stütze in fast jeder schwierigen Lebenslage. Sie hat mich durch 2½ Jahre der Tiefen und Höhen begleitet, die so ein Leben im neuen Jahrtausend ausmachen. Immer für mich da und manchmal sogar bereit ihr Bestes zu geben für mein Glück, meine Zufriedenheit. Einfach war sie dabei wahrlich nicht, geradezu zickig möchte ich sagen. Ja, ihr starker Charakter war es wohl, der mich am meisten anzog und mich trotz ihrer immer wiederkehrenden Macken selten untreu werden ließ.

Doch wie das so ist mit schönen Zeiten und solchen, die außerhalb des Regelgarantiebereichs liegen – sie gehen nur allzu schnell vorbei. Gegen 17 Uhr des 30ten Dezembers im zuneigegehenden Jahre 2009 zog sich Lotte derart schwere und plötzliche Verschmorungen im Stromkabelanschluß zu, daß sie nunmehr nur noch im Akkubetrieb lebensfähig ist und sich diese Zeit aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters und der schlicht minderen Qualität auf wenige Minuten begrenzen werden. Diese viel zu kurze Zeit werde ich bald nutzen, um würdig und in aller Anteilnahme von meiner geliebten besseren Hälfte Abschied zu nehmen.

Oh Lotte, dein Rauschen wird wohl nie verstummen …

schlechte nachrichten – wenn vernunft siegen würde …

… wäre leipzig auf der 1-€-banknote. und die lokalpatrioten der l-iz photoshoppen den humbug sogar:

… und garnieren den gequirlten schwachsinn auch noch mit einem persilschein, der zum himmel stinkt:

Dieser Artikel ist Teil der L-IZ-Weihnachtsserie „Gute Nachrichten“, in der Autoren der Leipziger Internet Zeitung darüber schreiben, was geschehen könnte, wenn ein klein wenig mehr Vernunft regieren würde und die Menschen ein klein wenig mehr Sinn für die Einmaligkeit des Lebens auf diesem blauen Planeten hätten. Wunschgeschichten, die aber nicht wirklich weit weg sind von dem, was möglich ist.

… in diesem sinne: für ein wenig mehr unvernunft im umgang mit l-iz-autoren und … save the green planet!



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