Archiv für Februar 2007

rest in pieces kf

ein lächeln kann ich mir dazu nicht verkneifen. kf, rest in pieces.

poly… was?

auch aus aktuellem anlass mal ein kleiner anfang der kritik einer „kritik“, die ursprünglich als beitrag zu nun tabula rasa geplant war. fragmentarisch beginnend, dann abdriftend in wirre reflexion und steganografisches wunschdenken …
und (-)handeln.

wie es sich für die meisten feindbilder gehört, denen mensch bessere (gesellschaftliche/persönliche) konzepte gegenüberstellen will, werden diese meist zu einseitig und flach dargestellt. sicherlich sehr eingefärbt von meinen persönlichen erfahrungen stösst mir so immer wieder dieser zunehmende „rzb-hass“ auf. ja, fast hass, denn aus der generierung dieses feinbildes hauptsächlich in der postpubertären sog. linken szene, zu der auch ich mich wohl zählen muss, folgt logischerweise die polarisierung in gut und böse, heilend und verletzend, antidot und gift. und da ich nicht zuletzt deswegen eine differenziertere und persönlichere auseinandersetzung mit dem thema auch auf gesellschaftlicher ebene für sehr wichtig halte, reiss ich es hier (für mich) noch einmal an:

1. begriffsdefinition der romantischen zweierbeziehung (von hier):

„idealtypisch meinen wir damit diejenige beziehung zwischen zwei menschen, in der durch absprache(n) („wir sind jetzt zusammen!“) geregelt ist, dass die beiden eine für sich einzigartige soziale beziehung und emotionale bindung (liebe) haben, und mit der eine mehr oder weniger verbindliche ausschließlichkeitserklärung („treue“) auf sexueller/körperlicher ebene automatisch (ohne weitere absprache) eintritt oder vereinbart wird.

wir fassen unter die rzb zahlreiche konzepte des zusammenlebens: die ehe, die offene beziehung, das liebespaar, etc.
die abgrenzung zur beziehung – ein band, das zwischen vielen menschen existiert – ziehen wir bei der liebe, der romantischen liebe, die nur zwischen zwei menschen bestehen kann und bei der absprache, der die einschränkungen auf sexueller/körperlicher ebene regelt.“

ja, schon kacke. warum so einschränkend und ausgrenzend, gar unkommunistisch fragt sicher jede/r, die/der über dieses oder vielleicht auch jenes zeug notwendigerweise auf die polyamorie stösst. doch um diesen immer mehr verwendeten begriff und seine beliebige anwendung soll es heute noch nicht gehen.

vielmehr stosse ich immer häufiger auf eine art einfach reflektiertes feindbilddenken, welches die vermeintliche einzige alternative generiert: auch durch eine gründliche und grundsätzliche kritik der freundschaft (z.b. hier dabei, sowie: „ich unterscheide nicht zw. freundschaft und liebe“) die konstruktion dieser und der rzb zu bewirken. hin zu einer gleichberechtigteren, sozialeren, ja kommunistischeren gesellschaft. puh, schwieriger weg. dass sich die beiden pole freundschaft und romantische liebe fast unversöhnlich gegenüberstehen, sich bedingen des kontrastes wegen, das bin ich schon gewillt zu glauben. auch dass gerade durch diese ausschliesslichkeiten eben diese berühmten mauern zwischen menschen entstehen, die so viele niederreissen wollen, auch das gehe ich mit.

„vielleicht muß man die liebe gefühlt haben, um die freundschaft richtig zu erkennen.“
sébastien chamfort

vielleicht. denn führe ich mir vor augen, was dieser kontrast eigentlich ist und was vor allem seine völlige dekonstruktion bedeuten würde, wird mir sehr unwohl. es beginnt ein beliebigkeitsschleier meinen blick auf zwischenmenschliche beziehungen zu trüben. die l(i)ebenswerten kontraste und unterschiede dieser beziehungen lassen auch mich gefühllosen menschen eine ode an die unendlichkeit der vielfalt anstimmen. ja, ich trenne zwischen meinen beziehungen. tut ja eigentlich(!) doch jede/r. in den für mich berühmt-berüchtigten zeiten der „beziehungsreflektionen“ werden mir immer wieder gravierende unterschiede bewusst und gerade das gefühl der liebe, und sei es nur ein ansatz dessen, hebt sich am meisten vom rest der beziehungen ab. leider verkommt sowas leicht zum mittel der einfachen messung bestimmter charakteristika (auch stufen) der beziehungen und ich bin versucht sie einzuordnen und fertsch damit. stellt sich irgendwann eine änderung ein (bspw. fangen wir an, uns zur begrüssung zu umarmen), zwingt mich das zur neudefinition und einstufung. um solche schubladen zu umgehen, probiere ich möglichst flüssig, also auch grafisch zu denken.
und so würde mein beziehungs-/gefühlsgeflecht wohl am ehesten aussehen:


(ich zeichne euch besser nicht einzeln ein, wobei fast alle möglichkeiten bestehen: jede erdenkliche zwei- ja gar dreidimensionale form je nach ausdehnung und lage)

hui, ganz schön weg vom thema, aber sei’s drum.

ach ja, „liebe unlimited“. geschaffen durch die negation von „liebe limited“.
oder doch lieber streben nach wissen und objektivität auf die destruktiv-kritische? können wir tatsächlich ’nen tick besser sein als die vulkanier? kommunismus durch pure logik und reine bedürfnisbefriedigung? durch wissenschaft und das szenige allheilmittel der dekonstruktion?

„gewissheit ist die grundlage, nach der die menschlichen gefühle verlangen.“
honore de balzac

sicher, ich bin auch ein freund des denkens. nicht (aber auch … jaja) der beherrschung der gefühle, sondern der selbstkonditionierung. der dekonstruktion von gefühlen aufgrund des gefühls einer physikalischen und chemischen logik. aber auch der hingabe an meine gefühle. das fallenlassen. das blindsein. bis zu einem punkt des entzugs und einer sich breitmachenden, beängstigenden klarheit. folgende reflexion. aufbereiten der gefühle und prophylaktische konditionierung. auswerten der ergebnisse der konditionierung (re-reflexion?). vergleichen der gefühlszustände in vergangenheit, gegenwart und zukunft. ab- bzw. zurückdriften in diese zustände. sprich: erneute hingabe an meine gefühle. fühlen-denken-reflexion-konditionierung-reflexion-fühlen. so oder ähnlich.
ein teufelskreis. steckst nich drin und kommst nich raus.
klägliche versuche unter zuhilfenahme eines zweiten denkapparats kläglich gescheitert, da wohl zu unparteiisch oder unprofessionell. folge: hin- oder aufgabe.

fünf nach zwölf – ich drücke return

„am anfang gehören alle gedanken der liebe. später gehört dann alle liebe den gedanken.“
albert einstein

linear, praktisch, gut. aber der sagt das so einfach …

„die 1. folge einer endlichen geschichte“ was presented by: wirro-style unlimited
starring: ich und du, wir und ihr sowie alle und die andern
und vergiss nicht: sag niemals nie.

wirklich nie.

zukunft …

… demnächst auch nebensächlich!

generation copy paste

„antisemitische übergriffe in magdeburg“ – eine kleine lektion zur virtuellen geschichtsschreibung oder sich reproduzierende antisemitismusrelativierung per mausklick. dass das allein an den roadmap-leuten liegt, die es durch ihr überall posten herausforderten, dem wage ich zu widersprechen. ich glaube es liegt doch eher an unreflektiertem und identitärem copy&paste-vertrauen. (via)
(erwähnenswerte ausnahmen bitte selber suchen)

danke für den -grad pünktlichen- diskussionshinweis und die evt. aufarbeitung

und weil’s fast passt:
da ist mir heute doch aufgefallen, dass ein sog. liberales.forum[leipzig]-prodarfur.blogspot.com einen artikel namens allahs herrenmenschen und ihre front im sudan im cee ieh nr. 139 veröffentlichte. den lese ich vielleicht sogar noch. deren neuer beitrag macht(e) mir mal wieder angst. aber optimistisch bleiben! tun die ja auch: so hiess es zur demo mit dem unmöglichsten plakat dieses jahrtausends etwa: „unterstützt wird die demonstration vor allem von jüdischen gruppen und gemeinden“. wer’s (ge)glaubt (hat) …

digitale nihilisten?!

an der rationalen tiefe erkennt man den radikalen; im verlust der rationalen methode kündigt sich der nihilismus an. der radikale besitzt immer eine theorie; aber der nihilist setzt an ihre stelle die stimmung.

max bense (1949)

so die einleitung zu geert lovinks etwas anderen weblog-analyse „digitale nihilisten“.
mit der blogsport-brille betrachtet allerdings … ach lest selbst. und dann höchstzynisch hin zu „[…] einer wahrheit, die mit einem fragezeichen versehen ist.“

(via)

phrasen

bekacktes déjà-vu. oder? schau ich einfach in einer woche noch mal bei google:

„antisemitische übergriffe in magdeburg“

dann gibt’s sicher 20 treffer mehr bei blogsport. und alles überschriften! alles dieselben überschriften!! grosses kopfschütteln über soviel unreflektiertes übernehmen von solchen phrasen zumindest bei mir.