poly… wie?

die kontroversität der polyamorie stand zur debatte. und ich gleich volle assoziationskette begonnen, die ich unter vorbehalt hier mal virtualisiere:

kontrovers ist vor allem der bezug zur liebe. das verklärte bild der bürgerlich-romantischen liebe wird genommen und einfach auf die vermeintlich einzige alternative gestülpt: bums, da ist die polyamorie.

vorhin bei heuschreck gelesen:

subwave: im schlimmsten falle wollen weder nastiya noch nina noch etwas mit klaus zu tun haben. ob demnächst polyamory als lösungsansatz in der lindenstrasse diskutiert wird?

streifenstyle:@ subwave: dass polyamouröse beziehungskonzepte (”open stage”) eine lösung darstellen könnten, glauben doch eh nur post-autonome linke, das bayerische kleinbürgertum lässt sich auf sowas nicht ein.

hehe … nein ernsthaft: das hauptproblem ist doch das identitäre gehabe drumherum. das dient meistens eher der selbstbestätigung als der verbreitung „alternativer lebenskonzepte“. oder einem persilschein zur sexuellen polygamie. nix dagegen. nur meist grob unreflektierte lebensentwürfe. konsequenzen werden oft aussen vor gelassen. deswegen nimmt die polyamorie wie so vieles „anormale“ (z.b. punksein) mit zunehmenden alter eher ab. nun bin ich aus dem osten, aber was ist mit den wilden ausm westen der 68er? die meisten sind jetzt verheiratet bzw. leben monogam. und warum? weil sie über mehr als eine jugendliche entdeckungsphase nicht hinauskamen. liegt an oberflächlicher beschäftigung mit dem wichtigsten thema der welt.
nein, nicht die liebe.
nein, nicht der sex.
nein, auch nicht die freundschaft.

es sind kinder, eltern, die intergenerationalität.
sobald es soweit ist, ziehen 90% die zweierbeziehung als lebenskonzept vor. ist halt das einfachste. überall akzeptiert und gefördert. einfache sicherheit wiegt die (evt.) eifersucht auf.
aber sie wachsen auch enorm zusammen. ein gemeinsames kind schweisst sozusagen zusammen. und grenzt andere aus. automatisch.

die schaffung einer alternative bedürfte aber schon enorme anstrengungen lange vor dem kondomreissen. einer oft so genannten kommune, die auch eine gemeinsame basis in bezug auf sex, liebe, eifersucht und nachwuchs herstellen und halten können. nur ist die polyamore jugend m.e. viel zu unverhaftet, sprunghaft. bloss nicht binden, um die eigene freiheit nicht zu sehr zu beschneiden. heisst doch:
nicht zu viel verantwortung im voraus übernehmen. die lebensprophylaktische arbeit einfach schleifen lassen. ich meine damit eben nicht einfach eine gemeinsame wohnung oder kommune (wievieler menschen auch immer), sondern den ernsthaften aufbau eines konzeptes. und mit dauernd wechselnden partner/innen, so vielseitig das sein mag, gelingt sowas nicht.
ähnlich in der wirkung wie diese bindungsphobien sind die bindungsängste. der unterschied liegt, so denke ich, hauptsächlich im selbsterkennenden quarakter. sind (diese) phobien mehr intuitiver art, so entstehen bindungsängste (zumindest bei mir, zugegeben) über das denken von beziehungen. bei der reflexion von verbindlichkeiten, wozu auch das dann ambivalente „sich sorgen machen“ zählt, kann es so auch zu empfundenenen einschränkungen kommen. um als selbstschutz vor diesen einschränkungen wirken zu können, müssen die zwischenmenschlichen verbindlichkeiten überwiegend negativ beurteilt werden. da tut sich der schmale grat zwischen fallenlassen und rückzug auf.

das bedeutet, ich bräuchte ja nur die verbindlichkeiten auf ein minimum zu kürzen und erhalte so auch eine freiere beziehung. da treue (in jeder hinsicht!) die wohl grösste verbindlichkeit einer (liebesbeziehung) zu sein scheint … lass ich das hier erstmal offen, weil ich mir gerade nicht traue, die 5:36 uhr-gedanken einfach sich selbst zu überlassen.

guts nächtle


9 Antworten auf “poly… wie?”


  1. Gravatar Icon 1 sammelsurium 07. März 2007 um 7:19 Uhr

    Ja, sehr spannender Kritik- Ansatz. Ich frage mich sowieso immer, wie es gehen kann, dass viele Leute denken, wenn sie mehrere Beziehungen leben, haben sie weniger Probleme. Das ist ja mal totaler Quatsch.

    Ein anderer Punkt drängt sich geradezu aus, wenn mensch diverse Texte zu Polyamorie im Internet liest, oder sich manche Foren so dazu ansieht. Da gibt es das Reden von einem Wunsch nach „Gemeinschaft“, die schon sehr gruselige Züge annimmt. Naja, bisher hatte ich noch keine Zeit, was dazu zu schreiben.

  2. Gravatar Icon 2 clov 07. März 2007 um 16:15 Uhr

    Grüszchen.

    Erstmal 100pkte für tee, dass er das Thema der „Polyamorie“ kritisch aufgreift. Ich denke auch, dass wir es bei diesem Phänomen mit Resten der Hippie-Ideologie um freie Liebe/Partnerwahl zu tun haben. Richtig ist auch, der Diskurs gerade im Zusammenhang mit einer Kritik der sogenannten RZB (romantische Zweierbeziehung) wird höchst pubertär geführt. Manchmal neige ich gar dazu, in den Diskussionen um „Polyamorie“ lediglich eine jugendlich naive Rechtfertigung für die freie Wahl von Sexualpartnern zu sehen. Daran gibts es ja auch gar nichts auszusetzen. Männer wie Frauen sollen sich ihren Partner selbstbestimmt und frei wählen können, jenseits der gesellschaftlichen Hemmnisse. die eine patiarchale Herrschaftsform ausprägt. Insofern kann man den politischen Gegner innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft jedoch weitestgehend auf den konservativen Flügel begrenzen, denn innerhalb des die gesellschaftichen Verhältnisse dominierenden, fortschrittlichen Liberalismus hat sich eine freiheitliche Haltung in Bezug auf die Wahl von Sexualpartnern längst durchgesetzt. Häufige Partnerwechsel, Dreiecks- und Quadrat-Beziehungen, unbegrenzte Scheidungen und Single-Lebensstile, hetero-, homo- wie a-sexuelle Lebensformen sind heutzutage reale Phänomene. Die „Vielliebe“ innerhalb persönlicher Biographien ist also Bestandteil des liberal geprägten Alltags. Damit beschränkt sich der interessante bzw. problematische Teil des gegenwärtigen Diskurses um die „Polyamorie“ m.E. auf die Frage der Gleichzeitigkeit von Sexualpartnerschaften, also auf die Frage nach der Polygamie. Und damit auf die sicher kleinbürgerliche Frage: Wie treu ist mein Partner? Diese Frage wird je nach gesellschaftlichem Kontext und sozialer Position unterschiedlich diskutiert. Vor allen Dingen religiöse und hygienische Argumente bilden hier diverse Hintergründe ab. Innerhalb der pubertierenden Jugendkulturen lassen sich zwei gegensätzliche Typen konstruieren: Der mimetische und den deprivierende. Ersterer versucht haupstächlich Anpassungsstrategien zu entwerfen und ahmt/modifiziert praktisch die Beziehung seiner Eltern nach. Zweiterer erprobt Gegenentwürfe, Contra-Positionen und Wider-Setzungen, um das elterliche Vorbild in Frage zu stellen. Der mimetische Typ setzt Monogamie unhinterfragt voraus. Dies liegt oftmals auch daran, dass die Kinder und Jugendlichen die Beziehung ihrer Eltern „idealisiert“ bzw. verzerrt wahrnehmen. Dementsprechend sind die pubertären Krisen um Fragen von Treue, Eifersucht, häufige Partnerwechsel etc. pp. gruppiert. Monogamie ist hier quasi „natürlich“ und die postpubertäre Krise schon vorprogrammiert.
    Der deprivierende Typ dagegen, ist durch seine kritische Einstellung relativ offen. Polygamie in Bezug auf Swinger-Gemeinden und Partnertausch ist hier durchaus ein heißes Thema. Dennoch bleibt sie eine Randerscheinung. Auch der deprivierende Typus erlebt die pubertäre Krise hauptsächlich als eine Frage nach der Monogamie. Anstelle von Treue, Eifersucht und idealisiertem Partner (Traum-XY) finden wir hier verstärkt Begriffe wie Verlässlichkeit, Vertrauen, Initimität oder auch Kontinuität. Monogamie wird zwar nicht als „natürlich“ empfunden bzw. religiös fundiert, dennoch oftmals angestrebt und dann auch in bürgerliche Lebensformen übertragen.

    Es scheint nun Leute zu geben, die argumentieren, dass die Polygamie bzw. verschlüsselter die Polyamorie als Gegenentwurf zur Monogamie oder Monoamorie (*rofl*) zum anti-kapitalistischen Kampf beitrage, indem sie die Monogamie/amorie in Frage stellt, durch quasi Freiräume subversiv unterwandert und letztlich aus der bürgerlichen Programmierung der individuellen Lebensformen einen Ausweg bietet. Dies scheint mir jedoch keineswegs der Fall zu sein. Im Gegenteil ist auffallend, dass die Diskussion um die Polyamorösität (*stöhn*) keinen Zusammenhang zu der durch alle Lebensbereiche dringenden kapitalistischen Konkurrenz, der Entsolidarisierung und Individualisierung der gesellschaftlichen Verhältnisse herstellen kann. Polyamorie erweist sich in diesem Kontext lediglich als ideologische Chiffre, die über die Verflachung der sozialen Beziehung, der Verarmung der kollektiven Lebensbereiche und der Einebnung geselliger Strukturen hinwegtäuschen soll. Die individuelle Bindungsscheue ist hier nichts als Ausdruck der gesellschaftlich bedingten Vereinsamung. Dies zeigen die häufig beobachteten Turn-Overs eingangs der Postpubertät deutlich. Anstelle von emanzipatorischen schließen sich recht konservative Lebenformen an.
    Kruder noch als die anti-kapitalistische Argumentation ist jedoch die, die behauptet, Polyamorie wäre quasi ein Ursprung menschlicher Natur und die christlich und bürgerlich indoktrinierte Monogamie/amorie würde die Entfaltung dieser „Natur“ nur be/verhindern. Diese pseudoreligiösen Mystifizierungen führen dann zu der Behauptung: Jeder müsse polyamourös leben, sofern er/sie ernst genommen werden wolle. Diese Dogmatisierung bildet den Hintergrund für eine identitäre Kultur mit diversen unreflektierten Aussschlußmechanismen.
    Vom prinzipiell freiheitlichen Standpunkt einer emanzipatorischen Persepktive muß dagegen die Selbstbestimmung der Individuen auch in sexueller Hinsicht gelten. Die Bedürfnisse der Menschen sei es in Hinsicht auf feste Bindungen und verlässliche Sexualpartner, sei es in Hinsicht auf die Offenheit dieser Bindungen. Damit ist schon genug gefordert, denn die Selbstbestimmung des Anderen zu gewähren, bedeutet Sorge und Zuneigung, Kooperation und Solidarität, bedingt also eine aktive und selbstkritische Haltung der Mit-Bestimmung. Das gilt insbesondere für sexuell geprägte Beziehungen. Innerhalb solcher aufgeklärten Gegenseitigkeit kann die Liebe als monogames oder monoamouröses als polygames oder polyamouröses Beziehungsgeflecht entstehen. Und auch die Romantik findet hier ihren legitimen Schauplatz.

    In diesem Sinne
    Romantik@s aller Länder vereinigt Euch!

    clov

    P.S.: Fehlschreibungen innerhalb des Begriffskomplexes amour/amourös/amourösität bitte ich zu entschuldigen, die konventionellen Festschreibungen sind noch sehr unübersichtlich und das Thema ist mir sonst wenig geläufig.

  3. Gravatar Icon 3 tee 08. März 2007 um 11:07 Uhr

    mhh …

    gut, ihr habt immerhin meinen wirren stil verstanden oder tut wenigstens so. denn das tun ja nicht alle,ne?! manchen ist das gar zu viel zu lesen. aber wenn sogar ich als 3-facher schulabbrecher (jawohl) und dekadenkiffer es schaffe, mich zumindest halbwegs lohnenswert mit solchen überlangen chiffrierten texten auseinanderzusetzen, dann ihr bekackten gymnasiasten doch erst recht! (sorry r.)
    wobei ich die gefahr einer theoretisierung nicht genug hervorheben kann. immer schön praktisch denken.
    auch ein grund für meinen schreibstil, denn ich schreibe wie ich schach spiele – eher intuitiv und mit wenig rücksicht auf die folgen …
    und gewinne trotzdem!

    was hier angeführte thesen wie z.b. „der deprivierende typ dagegen, ist durch seine kritische einstellung relativ offen“ (das dogma der (pseudo)offenheit – die prä-polys) betrifft, sollten wir schon noch einige anreissen. (da haste aber nicht freud gelesen, oder?)
    ich warte erstmal auf die restlichen kommentare …

    die m.e. wohl kontroverseste these ist aber die:

    „im gegenteil ist auffallend, dass die diskussion um die polyamorösität (*stöhn*) keinen zusammenhang zu der durch alle lebensbereiche dringenden kapitalistischen konkurrenz, der entsolidarisierung und individualisierung der gesellschaftlichen verhältnisse herstellen kann.“

    schon (post)marxisten haben die „verdoppelung der realen kapitalistischen konkurrenz in eine private sphäre“ bemerkt. nur leider nicht anders herum. oder besser das symbiotische verhalten der sphären. als ob es im grossen anders sein könnte als im kleinen. menschen bleiben menschen. gut, veränderungen und extreme zeigen sich oft zuerst im kleinen privaten, sind allerdings immer bestandteil des grossen gesellschaftlichen und generieren schliesslich dieses. wie aber auch anders herum. deshalb ist die private konkurrenz nicht getrennt von der kapitalistischen zu betrachten.

    ganz im primitivistischen sinne plädiere ich ja sowieso schon ewig für eine dekonstruktion oder wiederzusammenführung der einzelnen sphären. ist die aufspaltung des lebens in privat und gesellschaftlich (oft nur noch: arbeit) doch einer der hauptgründe dafür, dass konkurrenzverhalten innerhalb der gesellschaft in der form überhaupt entstehen konnte.
    und dann noch die zurecht schlusswörtliche romantik!

    bis dahin …

    ps: „aber“ ist wirklich mein lieblingswort, verdammt!
    (dass ich hier aber (ups!) als einziger das „aber“ benutze, gibt mir aufgrund eines theoretischen mindestmasses an (eigen)dekonstruktion arg zu denken. da müsst ihr, ähh… muss clov noch an sich arbeiten!)

    pps: google ist schon toll, immer passende werbung.
    (beim grossen gif seite besser neu laden)

  4. Gravatar Icon 4 tee 08. März 2007 um 11:37 Uhr

    da ansätze von beschwerden kamen, hier der beweis:

    die flesch-werte:

    tee1: 44
    sasu: 61
    clov: 13
    tee2: 38

    amtsdeutsche verhältnisse angreifen! hier und überall!

  5. Gravatar Icon 5 tomasz 08. März 2007 um 14:23 Uhr

    kritik als sich selbst genügend, hilft hier nicht weiter, und die idealisierung der „liberalen gesellschaft“ mit ihren angeblich schon ausreichenden beziehungsformen auch nicht… hier setzt die realität ganz klar schranken und wer versucht hinter die liberalen beziehungsfassaden zu schauen, wird auch sehen dass diese modernen und offenen beziehungsformen zu einem großen teil selbst Ideologie sind, was nicht bestreitet, dass alternative beziehungsetwürfe heute mehr chancen haben als früher…

    die verortung der polyamorie als pubertär, zeigt die nicht wirklich erfolgte durchdringung des gegenstandes… weil sie übersieht, dass polyamorie in allen altersschichten zu finden ist, auch wenn vielleicht in der eigenen wahrnehmung eine bestimmte altersgruppe dominiert.

    die konstruktive kritik sollte da ansetzen, wo polyamorie als statisches schema angesehen wird, was als moralisch gute verhaltensweise zu erfüllen ist, anstatt die polyamorie als individuelle verhaltensweisen zu sehen, die den persönlichen bedürfnissen entsprechen und in bezug zu den geliebten und gemochten menschen verhandelt werden sollte…

    die zerstörung der polyamorie ist keine lösung, hier entlarvt sich das sozialisierte und internalisierte, auf aufrechterhaltung des modells bedachte Denken in Zweierbeziehungskategorien. ein bekämpfen der polyamorie-idee hätte nur eine rückkehr zu den normierten zweierbeziehungen zur folge, mit all den damit erfolgenden ausschluss- und zersörungsmechanismen von zwischenmenschlichen beziehungen und damit verbundenem unglück und leid …

    es ist zu wünschen (auch in dieser diskussion als art und weise der kommunikation) über die ebene der kritik hinauszukommen und sich beziehungen zu schaffen, in der die menschen frei atmen und frei fühlen und frei lieben können und es der angst und dem neid und der eifersucht und der konkurrenz und der vereinzelung schwer gemacht wird, die herrschaft über das leben der menschen zu gewinnen… weil diese herrschaft ist die realität der liberalen gesellschaft,..

    dieses päckchen hat letzten endes jedeR einzelne selbst zu tragen… udn wird sich auch durch flucht in die kritik nicht entziehen können…

    und auch wenn ich mich teilweise über meine verwendete sprache selbst ärgere und mir der unperfektion meiner worte bewußt bin, drücke ich jetzt auf „senden“

  6. Gravatar Icon 6 clov 08. März 2007 um 17:41 Uhr

    Soso …

    bin ich zu forsch? Verkürzt gesagt: Ich halte es für historisch nachweisbar, dass Zweierbeziehungen auch schon VOR ihrer bürgerlichen Formierung existieren und existierten: Geschichtlich und psychologisch. Außerdem halte ich Vielliebe für ein ganz normales und unspektakuläres Phänomen der liberal-bürgerlichen Gesellschaft, dass hauptsächlich in der Pubertät thematisiert wird.
    Etwas anderes scheint mir das Phanömen zu sein, dass Jugendliche sich soziale Verhaltensweisen wie Bindungsscheue, Vereinsarmung und häufige Partnerwechsel mit einer angeblich progressiven Theorie von „Polyamorie“ bzw. „Polygamie“ erklären. Betrachtet man das genauer, stellt man fest: Keine Spur von Selbstkritik (=Eigendekonstruktion ;o)) und antikapitalistischem Potenzial, sondern im Gegenteil dient der Begriff eigentlich nur als dogmatischer Hintergrund, um gegen ach so kleinbürgerliche Pärchen zu wettern oder noch drastischer: Individuen ihr Sexualverhalten vorschreiben zu wollen. Um das Dogma herum entsteht ein exklusiver Kult. Der wohl bemerkt nicht wahrnimmt, dass er kein Heilmittel, sondern im Gegenteil ein symptomatischer Ausdruck der allgemeinen Individualisierung und Ent-Solidarisierung innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft ist.

    Und ehrlich gesagt, sind mir da Leute lieber, die ehrlich sagen, dass sie Sex aus rein „sportlichen“ Gründen betreiben, anstatt säuselnder Weise überall Liebe zu behaupten, wo der reine Trieb herrscht, sry^^ Insofern bin ich dann wohl auch unromantischer orientiert, als so mancher Polyamourösi …

    MsG
    clov

    P.S.: Zur Frage der Typen-Konstruktion: Diese sind rein spekulativ und dienen als Gegensatzpärchen nur der Kontrastierung verschiedener Tendenzen in der frühen Pubertät. Und Du hast Recht tee, Freud habsch nich jelesen, muss man auch nich zwingend, habsch mir sagen lassen ;o)

  7. Gravatar Icon 7 tomasz 08. März 2007 um 21:08 Uhr

    und wenn ich mich wiederhole: dein bild von polyamorie ist verdammt verkürzt! dein blickwinkel ist einfach zu eng… was sicher auch den selbsternannten polyamourösen anzulasten ist die dieses bild der polyamorie verbreiten und diese ideen damit in mißkredit bringen und solche kommentare wie von dir hervorrufen…
    wie wärs denn von polyamorie ganz zu schweigen und von freien beziehungsweisen zu sprechen… Vielliebe und bürgerliche Gesellschaft? sicherlich dann sehr verkürzt und sehr unreflektiert, wohl wenig rücksichtsvoll reflektierend…

  8. Gravatar Icon 8 tomasz 09. März 2007 um 15:49 Uhr

    ich hab mir mal weiter gedanken gemacht und zwar darüber, wie wir leben wollen, über Beziehugnsformen, Gesellschaft und drum herum… das war mir zu lang für nen kommentar, deswegen hab ich den bei mir veröffentlicht unter: http://lyreal.blogg.de/eintrag.php?id=46

  9. Gravatar Icon 9 tomasz 12. März 2007 um 10:41 Uhr

    ich wurde eben darauf hingewiesen, dass aus meiner verdammung der verdammung der polyamorie geschlussfolgert werden könnte, ich wäre ein unreflektierter verteidiger dieser. dem ist nicht so. Aber ich bin der Meinung, dass das kind nicht mit dem bade ausgeschüttet werden sollte, dass die polyamorie durchaus reflektiert verdeidigungswürdig ist und dass diese diskussionen wichtig sind und diese diskussionen – seien wir doch ehrlich – wären ohne das reinholzen des polyamorie-konzepts nicht entstanden… deshalb sollte ein rückfall in alte sprachlosigkeit und damit verbundene probleme vermieden werden.

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