“Also ist einem Vergewaltigungsvorwurf niemals zu glauben!” … #2

gut, schuld daran war natürlich nur lysis‘ böser gegenstandswechsel, denn

Wie man versucht, das Leiden in kapitalistischen Verhältnissen zu lindern, ist nämlich eine pragmatische Frage des Umgangs mit ihm. Insofern ist es auch immer theoretisch verkehrt, lässt sich also auch nicht theoretisch entscheiden.

also ist schon die theoretische entscheidung, einem vergewaltigungsopfer u.u. auch glauben zu können/müssen, in den kapitalistischen verhältnissen (wahrscheinlich allen verhältnissen) immer falsch. hmm …
doch mpunkt hat auch noch den weg von dort zur praxis zu bieten:

Ein “praktischer Umgang” mit einem Gegenstand sollte halt auf Basis von einer theoretisch richtigen Bestimmung über ihn gefunden werden.

was das dann bloss bedeuten soll …


5 Antworten auf ““Also ist einem Vergewaltigungsvorwurf niemals zu glauben!” … #2”


  1. Gravatar Icon 1 MPunkt 16. August 2007 um 23:58 Uhr

    Kommt da irgendwann auch noch ein Argument, welches auf den Inhalt eingeht? Warum Glauben verkehrt ist, habe ich Dir jetzt schon x-mal erklärt, nur dass Du dagegen immer wieder argumentfrei Zweifel in Anschlag bringst, sowie Dein Moralisieren, weil Dir diese allgemeine Kritik bei diesem speziellen Beispiel nicht passt. Aber nur weil Du zwecks Erhalt der linken Moral „I want to believe“ hochhälst, ist die Kritik am Glauben nicht die Bohne widerlegt. Und dass sie Dir bei Diesem verkehrten Zweck nicht hilft, ist der Sache immanent.

    Und was man dann macht, OBWOHL es verkehrt ist, ist dann noch eine andere Frage, wie ich ja gerade betont habe. Vielleicht mal ein Beispiel, was bei Euch linken Moralheinis nicht so emotional aufgeladen ist, wie der Vergewaltigungsscheiß: Lohn ist das, was der Kapitalist wegzuzahlen bereit ist, damit der Arbeiter den Geldreichtum des Kapitalisten mehrt. Es ist also verkehrt, sich den Lohn zum Lebensmittel machen zu wollen, weil er das gar nicht ist. Weil der bürgerliche Staat nun aber eine Eigentumsordnung durchherrscht, so dass man an alles nur gegen Geld herankommt, muss man sich den Lohn trotzdem zum Lebensmittel zu machen versuchen, also arbeiten gehen, mit dem Lohn einkaufen und haushalten, ggf. auch Lohnkämpfe führen etc. Und der ganze Scheiß hat auch noch den Haken, dass man damit auch noch dem Klassenfeind dessen Mittel zuführt. Aber nur, weil man diesen Fehler nicht bleiben lassen kann, solange man nicht in der Lage ist, das Lohnsystem abzuschaffen, ändert das halt nichts daran, dass es ein Fehler ist. Du bist hingegen gar nicht am Inhalt interessiert, sondern an der Rechtfertigung der Methoden, mit denen die Leute, in Verhältnissen, welche nicht für ihr Klarkommen gemacht sind, klarkommen. Deswegen dürfen dieses für Dich kein Fehler sein, womit Du dann freilich auch so tust, dass die Verhältnisse doch fürs Klarkommen da wären und es nur darauf ankäme, das richtig zu machen. Und genau das macht Diskussionen mit Dir auch so sinnlos.

    Insofern besteht auch kein Widerspruch zwischen meinen Aussagen, außer der einen aufgenötigte. Ja, „Ein “praktischer Umgang” mit einem Gegenstand sollte[!] halt auf Basis von einer theoretisch richtigen Bestimmung über ihn gefunden werden.“. Der einzig richtige praktische Umgang mit Lohnarbeit ist es z.B., diese abzuschaffen. Das heißt aber (leider) noch lange nicht, dass man für die richtige Praxis immer schon die Mittel hätte, diese auch durchzusetzen. Und dann bleibt einem nur noch die außertheoretische Entscheidung, bei welchen praktischen Fehlern man keine andere Wahl sieht, als diese zu begehen, obwohl man theoretisch weiß, dass es verkehrt ist. Aber schrei nur immer weiter „Skandal! Skandal!“, weil man die linke Rumwurschtelei (die sich praktisch auch nur teilweise vermeiden ließe) nicht mal als theoretischen Fehler bezeichnen darf, weil sie schließlich auf der Seite des moralisch Guten, Schönen und Einwandfreien steht. Genauso wie man selbst als linke Obermoralwachtel.

  2. Gravatar Icon 2 tee 17. August 2007 um 6:47 Uhr

    Und was man dann macht, OBWOHL es verkehrt ist, ist dann noch eine andere Frage, wie ich ja gerade betont habe.

    genau davon bin ich ausgegangen. der praktische umgang ist dieses obwohl, weil es um einen umgang im hier und jetzt mit einem konkreten gegenstand geht. und diese (andere) frage hast du ja beantwortet:

    Ein “praktischer Umgang” mit einem Gegenstand sollte halt auf Basis von einer theoretisch richtigen Bestimmung über ihn gefunden werden.

    und merke: das thema war nicht lohnarbeit. (siehe nachtrag)

    Aber nur weil Du zwecks Erhalt der linken Moral “I want to believe” hochhältst, ist die Kritik am Glauben nicht die Bohne widerlegt. Und dass sie Dir bei Diesem verkehrten Zweck nicht hilft, ist der Sache immanent.

    wer hat wann etwas gegen die kritik am glauben geschrieben? nur, dass du diese richtige kritik auf einen verkehrten gegenstand anwendest. (jetzt mal in deiner logik)
    wenn klarkommen verkehrt ist, kannst du gegen es natürlich mit der richtigen kritik kommen. nur ist klarkommen nunmal menschlich. aber ist es verkehrt? konkret auf den zweck: ist vergewaltigungsopfern helfen klarzukommen ein verkehrter zweck? wohl kaum, denn wer, wenn nicht die klarkommenden, sollten für bessere verhältnisse streiten???

    Deswegen dürfen dieses für Dich kein Fehler sein, womit Du dann freilich auch so tust, dass die Verhältnisse doch fürs Klarkommen da wären und es nur darauf ankäme, das richtig zu machen.

    erstmal: das „nur“ ist eben die unterstellung, die dazu führt mich als „verhältnisaffirmativ“ oder so dastehen zu lassen. wenn ich aus jeder kleinen deiner bemühungen zum klarkommen eine solche ausschliessliche kausalität dichten würde, könnte ich dir denselben satz entgegenwerfen. von „nur“ kann nämlich kaum die schreibe sein, da es sich hier um einen ganz speziellen „gegenstand“ handelt, du aber einfach davon abstrahierst und das (fast) immer. Und genau das macht Diskussionen mit Dir auch so sinnlos. (weshalb ich zum anpissen übergehe, wie du ja auch oft)

    weiter: klarkommen beinhaltet doch schon verhältnisse, in denen mensch klarkommen muss. würden wir im paradies (manche nennen es kommunismus) leben, müssten wir ja nicht mehr klarkommen. der begriff wie die bestrebungen dazu wären dort mehr als überflüssig, ist durchaus analog zur freiheit zu sehen. deswegen sind diese verhältnisse (also alle, denn 100% paradies nix möglich) für’s klarkommen da, freilich. und für’s träumen von einer richtigkeit, aber auch dem streben nach derselben, natürlich.

    du aber gestehst vergewaltigungsopfern ihr klarkommen nicht zu, indem du ihnen vorhältst ihre benötigte hilfe wäre eine verkehrte, da glaubensbedingt. ihr klarkommen mit einer vergewaltigung wäre also verkehrt, weil nicht richtig realisierbar. wenn ihnen hilfe zum klarkommen zugestehen moralisch ist, ja dann …

    nun ja, entweder du bist wirklich der amoralist in person oder aber der grösste moralist von allen: einer, der allen zuliebe „den laden über den haufen werfen“ will. und warum? entweder aus dem gleichen grund, aus dem ich für die möglichkeit plädiere vergewaltigungsopfern zu glauben, oder aus reiner oberobermoralwachtelei. (sofern das nicht dasselbe ist)

    ps: deine ständigen bezichtigungen wie „linke Moralheinis“ tangieren mich nun echt nicht, da sie völlig inhaltslos sind. als ob links, moralisch oder heini etwas über die tauglichkeit meiner schreibe aussagen würde. da diese also nur der diffamierung vor dritten nützen, vertraue ich einfach mal auf die fähigkeit der leser/innen, solche schlagworte als billige ressentimentbeladene polemik zu erkennen und zu behandeln.

    pps: und wenn du mit mir nicht diskutieren kannst, lass es doch einfach. denn was meine anpissen angeht, vertraue ich auch da auf die leser/innen. und werde sie deswegen auch nicht bleibenlassen, solange es gründe dafür gibt. subjektive natürlich …

  3. Gravatar Icon 3 tee 17. August 2007 um 6:57 Uhr

    Der einzig richtige praktische Umgang mit Lohnarbeit ist es z.B., diese abzuschaffen.

    ach nee!? damit willst du dann wohl sagen, dass der einzige richtige praktische umgang mit vergewaltigungen wohl der wäre, diese einfach abzuschaffen. was daran noch praktisch (hilfreich für die opfer) sein soll, müsstest du aber mal erläutern.

    ich nenne das nach wie vor völlig realitätsfremd.

  4. Gravatar Icon 4 MPunkt 17. August 2007 um 13:29 Uhr

    Liest Du meine Beiträge überhaupt, bevor Du sie kommentierst? Man man man … Da sage ich mehrfach, dass man, weil man nicht die Mittel dafür hat, aus der richtigen Einsicht gegenüber dem Gegenstand auch die richtige Praxis zu ihm folgen zu lassen, manchmal nicht umhin kommt, sich praktisch verkehrt zu ihnen zu verhalten. Nur nimmt das an der theoretischen Bestimmung doch nix weg, es bleibt also ein Fehler. Du hälst da immer bloß fest, dass ich den Fehler nachweise, was alleine deshalb einen Skandal darstellen soll, weil ich dem Durchwurschteln nicht wie von Dir gewünscht ausstelle, richtige Praxis zu sein, was Du gerne als Ehrentitel für es hättest. Um das zum Skandal aufzublasen, schummelst Du es dann so zurecht, als würde ich den Leuten ihr Durchwurschteln verweigern wollen, obwohl sie in dem Laden hier praktisch dazu gezwungen sind. Und nein: ich lasse Deine persönliche Hetze gegen mich, welches es ja mittlerweile sogar zu einer eigenen Kategorie gebracht hat, nicht einfach stehen. Schließlich ist diese die linke Selbstlegitimation fürs Zuschlagen im Szenemob, z.B. wenn Du mir unterstellst, ich würde Vergewaltigungen fördern, obwohl ich gerade erklärt habe, warum die verkehrt sind. Nenn‘ mich am Besten gleich noch Nazi, dann geht es schneller. Also versuche ich, Deine Hetze als so lächerlich zu überführen, wie sie auch ist und Dich zum Schweigen zu bringen. „Du willst Beef und Du kriegst auch Dein‘ Beef bis es reicht“ (Beatfabrik feat. Kool Savas).

    btt: Wenn die allgemeine Kritik am Glauben stimmt, was Du ja immer heuchlerisch zugestehst, dann schließt sie automatisch auch den Spezialfall „feministischer Glauben“ mit ein. Von wegen also, auf den falschen Gegenstand angewendet, oh König der Schummelei.

  5. Gravatar Icon 5 tee 19. August 2007 um 22:44 Uhr

    Nur nimmt das an der theoretischen Bestimmung doch nix weg, es bleibt also ein Fehler.

    irrtum, noch ist der mensch das mass der dinge und bestimmt somit auch, ob eine verkehrte praxis ob einer richtigen theoretischen bestimmung trotzdem oder obwohl richtig -d.h. dann kein fehler mehr- ist. hat auch was mit ethik zu tun oder so …

    Und nein: ich lasse Deine persönliche Hetze gegen mich, welches es ja mittlerweile sogar zu einer eigenen Kategorie gebracht hat, nicht einfach stehen.

    toll. ausser dass du es als persönliche hetze betrachtest, das ist natürlich blöd.

    Nenn’ mich am Besten gleich noch Nazi, dann geht es schneller.

    hat godwins gesetz nun endlich auch in dieser diskussion seine berechtigende anwendung gefunden …

    Also versuche ich, Deine Hetze als so lächerlich zu überführen, wie sie auch ist und Dich zum Schweigen zu bringen. “Du willst Beef und Du kriegst auch Dein’ Beef bis es reicht” (Beatfabrik feat. Kool Savas).

    vielleicht solltest du lieber versuchen weniger schlechten rap zu hören oder zu lesen (brüder im geiste?), sonst kommst du nächstens wirklich noch mit zeilen wie folgender aus „lutscht meinen schwanz“ (kool savas‘ erster frauenverachtender hit):

    deine Braut macht auf prüde, doch sie will es und ich spritz‘
    ihr ohne Kommentare in die Augen, bis sie blind is‘,

    (nur um mal aufzuzeigen, wen du hier so beefmässig zitierst)

    fakt ist: du hast dich von logik berauscht von einer richtigen bestimmung über den glauben zu einem falschen umgang mit vergewaltigungsopfern hin affirmieren lassen, um mal in der sprache der zeit zu bleiben. du „deduzierst“ von der theorie einer richtigen allgemeinen kritik hin zu einer ablehnung der praxis einer falschen speziellen umgangsweise (mit vergewaltigungsopfern). in deinen kruden kausalen, gottesgleichen denkspielen kommt nur der mensch als denkendes, handelndes und vor allem fühlendes subjekt überhaupt nicht vor. jede subjektivität (die es zweifelsohne geben muss) ist der vereinfachung zuliebe ausradiert und das führt dann zu (meinetwegen ethisch oder moralisch) verkehrten aussagen wie:

    Ja, [einem vergewaltigungsopfer] glauben sollte man tatsächlich nichts, weil man sich damit völlig davon verabschiedet, etwas über den Gegenstand herauszufinden.

    ps: „feministischer glauben“ ist hier überhaupt nicht das thema, lenk nicht dauernd damit ab. das thema ist nämlich allgemein obige aussage (und hier im speziellen deine weiterführenden aussagen zum theorie-praxis-verhältnis).
    und wenn du nur von allgemeiner kritik auf spezialfälle schliessen meinst, so ist auch das verkehrt. ich erwähnte es ja eben und auch clov -den du nicht nur diesbezüglich vorsorglich ignoriertest- ging etwas darauf (wie auch deine „objektivität“) ein ( z.b. hier).

    pps: hast du ’ne ahnung von meinen beef-qualitäten …

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