„Ladenschluss versus Ausverkauf“

Was diese Geschehnisse mit jenen der 90er Jahre verbindet, sind weniger die Angriffe selbst, die so tatsächlich auch in anderen Gegenden hätten stattfinden können, als die Reaktionen darauf. Quasi als Beleg dafür, dass die Berliner Republik samt ihrer staatsantifaschistischen Bemühungen in der ostdeutschen Provinz bis zum heutigen Tag nicht angekommen ist, wurde jenes Muster aktiviert, dass aus unzähligen anderen braunen Nestern mehr als bekannt ist: Die Polizei ermittelte zunächst „in alle Richtungen“.

versus

Anders als noch vor zehn Jahren gibt es außerhalb dieser Gegenden allerdings inzwischen kaum noch jemanden, der für die Menschenjagden der Einheimischen oder akzeptierende Sozialarbeit mit Neonazis Verständnis aufbringt. Deutschland ist nicht mehr die Pogromrepublik der frühen Neunziger; die Warnungen vor einem „Vierten Reich“ haben sich als unbegründet erwiesen.

so sehen unterschiedliche analysen von mittel(anti)deutschen „grosstadt“antifas heutzutage aus. leipzig vs. halle – das ist immer auch ein wenig couchantifa vs. feuerlöscherantifa, ausschlafen vs. durchmachen. im cee ieh jedenfalls werden die probleme noch ge-, ja manchmal sogar erfunden; schliesslich geht es einigen kiezkauzen einfach zu gut und sie fangen an sich zu langweilen. dann fahren sie entweder einfach mal nach magdeburg oder erobern sich ihre strasse am 3. oktober zurück (Ø). genau damit setzt sich nun das von der ag no tears for krauts halle angeblich am dritten oktober in leipzig verteilte flugblatt (pdf) auseinander:

Gerade im Osten spricht nicht viel dagegen, gegen Nazis und Naziläden vorzugehen. Wer das jedoch ausgerechnet am 3. Oktober tun will, wem angesichts des „Tags der deutschen Einheit“ also lediglich einfällt, dass es in Leipzig einen Naziladen gibt, hat seinen Frieden mit Deutschland gemacht. Über die Regression von „Nie wieder Deutschland“ zu „Nie wieder Naziläden“.

womit sie ausnahmsweise mal nicht so weit danebenliegen …


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