ein mensch ein schwein ein tofu sein – anti-antispe reloaded

so lang ist’s noch gar nicht her, da hetzten argumentierten zwei herren der ag no tears for krauts halle auf ziemlich dumme art und weise gegen die tierfreundliche, vegane und antispeziesistische einheitsfront von richard wagner über die reil78 bis peta1. solche reaktionen auf antispeziesistische bemühungen, vorzüglich von (post)antideutscher seite, sind nun nicht neu2, nur besser werden sie mit der zeit leider nicht. auch jungle world-autor marcus hammerschmitt liess bei telepolis jetzt etwas von seiner fundierten kritik durchblicken:

„AntiSpe“ ist die Abkürzung von „Antispeziesismus“, ein Neologismus, so hässlich und verworren, wie die Ideologie, die hinter ihm steht. […] Zum wahren Eiferertum gehört neben der Menschen- aber auch noch die Genussfeindlichkeit. Die drückt sich bei den AntiSpezlern in fanatischem veganem Kochen aus, und das Ergebnis wird unterschiedslos als „lecker Essen“ bezeichnet, damit auch jedem gleich klar ist, dass der Fraß nichts taugt.

anlass für neuerliches treiben, wie dem beobachten antispeziesistischer „widerwärtigkeiten“3, ist der kommende antispe-kongress 2008. nun heisst es erstmal abwarten, die ernte dieses fruchtbaren ackers werden wir bald auf jetzt schon jubelnden blogs einfahren dürfen. watch out for defamations!

ps: marcus postete sein pamphlet auch gleich noch bei indymedia … nun gut, da gehört’s auch hin.

  1. der audio-mitschnitt der ag ist leider weg [EDIT: hier unter 4. wieder erhältlich), immerhin noch unter dem titel „ich ess blumen“ dokumentiert in der bonjour tristesse (als pdf: teil1/teil2); jan gerbers bahamas-artikel als zusatz von mir [zurück]
  2. ganz dolle flugblattaktion der gruppe „ivri lider statt peter singer“ (abgedruckt im incipito #18, welcher sich allerdings nicht anschickte die darauf folgende stellungnahme der veranstaltenden gruppe in’s heft zu nehmen. was dann wiederum der feierabend! tat. [zurück]
  3. erinnerte mich irgendwie spontan an den deppen kalle von esowatch, für den es sofort etwas spiritualistisches hat, wenn ein konsumangebot mal nicht seinen erwartungen entspricht. [zurück]

13 Antworten auf “ein mensch ein schwein ein tofu sein – anti-antispe reloaded”


  1. Gravatar Icon 1 schildkröte 19. Juli 2008 um 15:44 Uhr

    der bahamas artikel reicht ja als skript für den ag no teras for krauts vortrag, die ham den da einfach vorgelesen…

  2. Gravatar Icon 2 biber 20. Juli 2008 um 1:00 Uhr

    Also ich persönlich würds begrüßen, wenn Tieren Menschenrechte zugesprochen würden. Dann würd sich mal zeigen, ob AntispezieistInnen (ist das die pc Schreibweise?) auch konsequent sind und Raubtiere wegen ihrer „Verbrechen gegen die Menschlich-/Tierischkeit“ verurteilen. :d
    Nur ums klar zu machen: ich finds auch scheiße, wenn z.B. Rinder tausende von Kilometern mit gebrochenen Beinen, in LKWs gezwängt und ohne Wasser etc. durch die Gegend gefahren werden, bevor sie den erlösenden Tod erfahren um auf den Tellern zu landen. Dass die armen Viecher das durchmachen müssen hat halt ökonomische Gründe. Die Infrastruktur der Schlachthöfe ist mehr oder minder zentralisiert, Kühltransporte sind teurer als Lebendtransporte. Der Lachs bei Aldi kommt aus schwimmenden Fischfarmen, deren Futterreste, Abfälle, Kadaver der im Gedränge auf der Strecke gebliebenen, die Gewässer in denen sie installiert sind, verseuchen und deren überzüchtete „Ausbrecher“ den Genpool der nativen Arten unumkehrbar versauen und so deren Aussterben vorantreiben.
    Das und noch so einiges mehr finde ich auch scheiße und vor allem unvernünftig. Ich kann mir den Luxus der Moral in diesem Fall erlauben, ökonomisch ebenfalls derbe fragwürdiges Tofu, Fleisch vom Bio-Hof um die Ecke und gelegentlich mal nen Fisch direkt vomm Kutter zu essen und ansonsten mich vom reichhaltigen Angebot aus der Pflanzenwelt, das einem hierzulande geboten wird, zu ernähren. Einerseits weil ich eben HIER lebe und nicht in einer wesentlich abgefuckteren Gegend der Welt und weil ich andererseits mir diesen Anspruch eben LEISTEN kann. Als HartzIV Empfänger mit 5-köpfiger Familie haust Du halt das halbe Kilo Hack von Penny für 1,49 an die Nudeln, kaufst den 2-Kilo-Beutel Fischstäbchen.
    Um das ganze mal abzukürzen: ich finde es nicht verwerflich andere Tiere (das ist ja wohl das Ding bei dieser ganzen AntiSpe-Geschichte, dass Menschen halt auch nur Tiere sind, bzw. Tiere Menschen) zu essen, machen andere Tiere mit anderen Tieren ja auch. Was mich stört, sind die gänzlich unvernünftigen, bzw. einer ökonomischen Vernunft geschuldeten Bedingungen, unter denen das geschieht. Ich gehe also nicht raus und fordere vom Staat, von der „Gesellschaft“ oder sonstwem die Anerkennung von Tierrechten. „Rechte“ zu fordern beinhaltet schließlich immer die Anerkennung einer Gewalt, die nötig ist, etwas zu ge- oder verbieten. Die rechtsstiftende Instanz ist nunmal dummerweise der Staat, der sich eine freie Marktwirtschaft eingerichtet hat, von der er profitiert. Die widerum hat als einziges Ziel Profitmaximierung, Steigerung der Rendite, möglichst geringe Kosten bei maximalem Gewinn also. Tierquälerei ist einfach billiger. Bevor ich also auf die Idee käme, Menschenrechte (die ja nun auch je nach Konfliktlage umdefiniert werden von denen, die das können) für Tiere zu fordern, geh ich doch lieber raus, um den Leuten zu erklären, warum sie in der derzeitigen Ordnung so schlecht wegkommen. Und mit ihnen die Tiere, deren Verzehr an sich höchstens von einer enorm abgehobenen und widersprüchlichen Warte aus verurteilt werden kann (s.o.).

  3. Gravatar Icon 3 tee 21. Juli 2008 um 5:44 Uhr

    naja, hast den bogen ja noch bekommen ;) aber …

    ich finde es nicht verwerflich andere Tiere (das ist ja wohl das Ding bei dieser ganzen AntiSpe-Geschichte, dass Menschen halt auch nur Tiere sind, bzw. Tiere Menschen) zu essen, machen andere Tiere mit anderen Tieren ja auch.

    1. menschen sind auch tiere, ja. zumindest biologistisch gesehen. deswegen finde ich den „nichtmenschliche tiere“-sprech auch in ordnung. aber tiere menschen? vasteh’sch ma nisch …

    2. mit dem „argument“ „machen andere Tiere mit anderen Tieren ja auch“ leugnest du den signifikannten unterschied zw. menschen und anderen tieren, was ja nichteinmal antispes tun (nach meinen erfahrungen). die erkennen nämlich meist an, dass tiere etwas nicht „verwerflich“ finden können, keine ethik besitzen. jedenfalls nix mit gleichmachen …

    mit den rechten hast du grundsätzlich schon recht ;) … nur wer zum geier fordert menschenrechte für (alle) tiere? (hier stellst du dich scheinbar in eine reihe mit julia (siehe trackback), die ebenfalls diesen antispeziesistischen teufel an die wand malt. und sie wiederum stellt sich mit ihrer „kritik“ in eine reihe mit den in diesem beitrag genannten anti-antispes, die mit petas „holocaust auf dem teller“-aktionen leute wie die tan diffamieren wollen)

    allerdings raus zu gehen und den leuten zu erklären warum sie und die anderen tiere so schlecht wegkommen in „dem laden“ ist nun wirklich unabdingbar, will man die „verhältnisse in denen der mensch ein geknechtetes, ein misshandeltes , ein verächtliches wesen ist“ umwerfen …

    ps: spannend wird allerdings wer sich auf diesem kongress nun ein stelldichein gibt. ich würde aus den zusammensetzungen dort ja dann glatt mal auf die sog. antispeziesistische szene hochschliessen. mal schauen ob man die aktivistischen/antifaschistischen teile der szene dann noch mit singer, peta und heimatschützern aller coleur diskreditieren kann.

  4. Gravatar Icon 4 xnegationx 21. Juli 2008 um 11:56 Uhr

    Mir ist auch schon aufgefallen, dass sich das in der letzten Zeit wieder häuft mit den Angriffen der Fleischlinke auf die Antispe-/Tierbefreiungsbewegung. Da wird teilweise unter dem Anstrich der „Wissenschaftlichkeit“ (Texte mit vielen Fußnoten, angeblichen Belegen und Zitaten) versucht zu suggerieren, es handele sich hier um eine ernstzunehmende und fundierte Kritik. Die Frage, die ich mir Stelle ist, warum denn auf ein mal so viel Zeit und Ressourcen dafür aufgebracht werden, gegen die Idee einer gewaltlosen Gesellschaft zu agitieren. Ist evtl. psychoanalytisch gesehen eine interessante Fragestellung: Angst vor der Möglichkeit einer Anerkennung der eigenen Verantwortung an einem Gewaltverhältnis und deswegen Projektion der Wut über das eigene Verhalten auf diejenigen, die Speziesismus kritisieren? Vielleicht ist es auch die Angst vorm Verlust einer privilegierten Machtposition, denn wenn mensch schon nicht rassistisch/sexistisch etc. sein darf, so muss sich der autoritäre Charakter doch anderswo manifestieren. Mich erinnert die aktuelle „Kritik“ strukturell an die Diskussion während der 68er Zeit, als die männlichen Genossen die emanzipatorischen Bestrebungen ihrer weiblichen Genossinnen und deren Kritik am Patriarchat als „Nebenwiderspruch“ abtaten, und konstatierten, darüber könne MANN sich Gedanken machen, wenn der Kapitalismus überwunden sei. Hier war das Motiv für diese Haltung doch vor allem auch die Angst vor dem Verlust einer dominanten Stellung in einem Herrschaftsverhältnis.

  5. Gravatar Icon 5 tee 21. Juli 2008 um 20:00 Uhr

    von projektionsleistungen geh ich auch mal aus. aber letztlich ist das spekulieren über die psychologischen ursachen für derlei hatz doch vertane müh.

  6. Gravatar Icon 6 tee 24. Juli 2008 um 20:40 Uhr

    schrieb ich was von ernte? na das wird wohl eher nix, solange nur *nicht*linke zustimmung demonstriert wird.

  7. Gravatar Icon 7 scheckkartenpunk 24. Juli 2008 um 22:08 Uhr

    wer tieren menschenrechte wünscht, der kann es nicht gut mit ihnen meinen. besonders über artikel 23 und 24 würde diese hocherfreut sein.

  8. Gravatar Icon 8 tee 24. Juli 2008 um 22:31 Uhr

    tja, nur macht das eben (fast) keine/r. wird dennoch von tumben anti-antispes als gegen“argument“ angeführt.

    aber ja, ich weiss schon was du *eigentlich* sagen wolltest. meine meinung.

  9. Gravatar Icon 9 Restgliedabschätzer 24. Juli 2008 um 23:16 Uhr

    Tja mit den antispes isses wie mit den antides…

  10. Gravatar Icon 10 scheckkartenpunk 25. Juli 2008 um 11:40 Uhr

    @tee: das war auch eher auf einen anderen beitrag bezogen. ;)

    aber auch beim A-Camp2008/AST geht es schon wieder um tierrechte: „Tierrechte/Tierbefreiung im herrschaftskritischen Kontext“ so weit hergeholt scheint eine kritik daran (tierrechte, nicht menschenrechte für tiere) nicht zu sein, taucht das doch beständig immer wieder auf.

  1. 1 zeitrafferin Trackback am 20. Juli 2008 um 22:55 Uhr
  2. 2 “müsste” « tee Pingback am 23. Juli 2008 um 21:52 Uhr
  3. 3 “[…] überhaupt gar keine ahnung von der materie, über die sie schreiben, haben.” « tee Pingback am 25. Juli 2008 um 19:22 Uhr

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