Archiv für Februar 2009

die spassgesellschaft für spiel und jeck präsentiert:

10.03., 20.00 Uhr, Centraltheater Rangfoyer,
5 €/für Mitglieder frei

Demokratie jetzt?

„Wir haben die letzten 20 Jahre geschlafen und keine Opposition etabliert.
Tausend desorientierte Menschen suchen nach einem neuen Sinn.
Hunderttausende, denen Phrasen eingeimpft wurden, suchen nach neuen Worten.
Es ist an der Zeit, dass jede,r der Ideen hat, sich einmischt.“
(Aus einer Rede Jochen Läßigs (Neues Forum) zu einer Leipziger Montagsdemonstration, Januar 1990)

Just zum Jubiläum der 1989er Wende bricht das kapitalistische System zusammen. Offensichtlich lässt sich die globale Krise nicht mehr mit den üblichen Mitteln überwinden. Die Bevölkerung hat das Vertrauen in Regierung und Wirtschaftsführung endgültig verloren. Doch diesmal gibt es keinen starken Nachbarn, der das Land übernehmen kann, und auch keinen Plan B. In Leipzig wird wieder jeden Montag demonstriert. Öffentliche Gebäude werden besetzt. Im beschlagnahmten Centraltheater versammeln sich die Bürger, um über eine neue Gestaltung der Gesellschaft zu beraten.

Dieses nicht ganz undenkbare Szenario wird jetzt als Simulation (wie es Flugsimulationen gibt) aufgeführt.

Am Dienstag, 10. März um 20 Uhr im Centraltheater (Rangfoyer) verwandelt sich die Prüfgesellschaft für Sinn und Zweck in eine basisdemokratische, gesetzgebende Volksversammlung.

Die Regel ist einfach:
Jeder Teilnehmer bringt konkrete und kurz gefasste Maßnahmenvorschläge zur Besserung/Optimierung/Revolutionierung der sozialen Organisation mit. Er hat 3 Minuten, um seinen Entwurf zu verteidigen. Nach einem gemeinsamen Streitgespräch wird über den Vorschlag abgestimmt.
Dem stimmenstärksten Eintrag wird die goldene Banane verliehen.
Das Experiment wird in den folgenden Wochen weitergeführt.

Macht euch fit für die nächste friedliche Revolution!

Moderation: Guillaume Paoli

(hervorhebung selbstredend im original / algII-empfänger_innen zahlen 3 €)

dass sich noch niemand drüber aufregt:

das neue von die bandbreite: unter falscher flagge

out now: planetpoly

puh, die poly-kategorie war ja fast tot. liebe ist aber auch ein bekacktes thema. nun konzentriertes poly-blogging for better love und so: http://planetpoly.org/!

drauf geschissen

Erfahrungsgemäß verlaufen Trends irgendwann. Damit das hier nicht passiert […]

olle idealisten, diese wettkampfleitung.

aber so ist das eben mit dem kommunismus. anfangs eine löbliche sache, kommen recht schnell sprallos wie idrawescapeplans (umsetzen!), krautskiller (nee, kein witz), ärgernis (allerdings!) und im*moment*vorbei (schön wär’s) daher und machen diese kaputt. was daran dann (so oder so) noch sexy sein soll, steht in den roten sternen. drauf geschissen:

zonengabi abschieben!

zonengabi von critique aujourd‘hui hat die critique ja mal echt gefressen. echauffiert sich gabi doch über ein bild mit drei jungen blonden frauen, die da in die kamera lächelten, und die benutzung dieses bildes im zusammenhang mit dem dumpfen slogan „kommunismus ist sexy!“1.
doch statt diese offensichtlich blöde konstruktion von (werbe)form und inhalt zu kritisieren, geht gabi doch tatsächlich auf die angebliche normierung ab, die diesem bild anheim gehen soll; genauer gesagt – den drei blondinen:

Aber falls du es nicht mitbekommen hast, in dem Bild kommt kein persönliches Schönheitsempfinden zum Ausdruck, sondern eine Norm (attraktiv/schön/wie auch immer = blond, “schlank”, etc.), sowie (wie es Paolo bereits richtig kritisiert) eine Objektivierung.

norm = böse sollten wir wohl festhalten, denn zonengabi bringt ja keine normierungskritik, sondern ereifert sich nur darüber, dass die drei kameragrinserinnen einem gängigen schönheitsideal entsprechen und deshalb wohl nicht abgebildet werden dürften sollten. in gabis moral gäbe es sowas wohl nicht, denn:

Problem ist, dass es so etwas wie eine Norm gibt und die “100Kg-Frauen” mit all den Konsequenzen dieser Norm nicht entsprechen und auf der anderen Seite, Frauen (oder auch Männer) die der Norm/dem Ideal entsprechen, zum Objekt werden. Aussehen und bestimmte körperliche Atribute/Proportionen werden synonym für “sexy”, “geil” etc. gesetzt.

halten wir weiter fest: alle, die der „norm“ entsprechen, werden zum objekt. und – noch viel schlimmer! – gar als „sexy“, „geil“ etc. gesetzt. ach ja: objekt = böse, ganz klar. (anit erklärt kurz, warum das ebenso blödsinn ist)
mit argumenten hat es zonengabi nun nicht so und wirft stattdessen lieber wild begriffe in den raum und ist sich ganz nach godwin auch um einen blöden nazi-vergleich nicht zu schade. aber eine krone geht ja immer noch drauf. jetzt konstruiert gabi eine schädigung der drei, um uns prompt mit der schuldfrage zu blamieren, ob denn begrabschte frauen auch selbst schuld seien, wenn sie sich freizügig zeigten. natürlich nicht liebe zonengabi!
da sind so verhinderte sittenwächter wie du schuld dran, die nicht genügend darauf acht geben, dass „ein(e) gesellschaftliche(r) “Zwang”/Norm/Diskurs, wie auch immer man es nennen mag“ gar nicht erst zum „bestimmen“ kommt, „was schön, sexy, hässlich etc. ist bzw. Menschen anhand ihrer Körper auf bestimmte Eigenschaften reduziert“. ja gabi, dass es soweit kommen musste, dass ein diskurs schon über unser leben bestimmt, traurig.
zu guter letzt unterstellst du menschen, die schlanke blondinen evtl. sexy finden, auch gleich noch diskriminierung von behinderten menschen:

Ich habe noch einen tollen Vorschlag.
Wie wäre es mit dem Slogan “Kapitalismus ist dumm” und ihr bildet ein paar Menschen mit Down-Syndrom ab? Die entsprechen doch sicherlich nicht eurem persönlichen Empfinden in Sachen Intelligenz?
Das könnt ihr ja dann auf euren Blogs veröffentlichen.

sehr wohl könnte ich mir an der stelle aber dein konterfei vorstellen, das wär‘ dann wirklich mal ein argument gegen den kapitalismus und schon die halbe miete für den kommunismus.

aber mal ernsthaft: kommunismus ist doch nicht sexy! schach hingegen schon!

ps: endlich RUNTER mit critique aujourd‘hui von x-berg.de!

  1. dank der hotlinkenden blödheit des wohl auch sonst nicht allzu hellen „hedonistischen“ schlaraffenlandes ist das bild weg. die zwei am ende des textes von mir verlinkten sind aber im selben stil, nur statt der abtörnenden heuler dort befanden sich 3 hübsche blonde „disko-tussen“ hinter dem banner [zurück]

good bye antifamark? welcome bildungsoffensive?!

die zeiten ändern sich, so scheinbar auch im conne island:

conne island bildungsoffensive

aus der ersten presseerklärung des conne island zum streit mit dem finanzamt um die sog. antifamark (nachzulesen in der dokumentation der kampagne):

Im Rahmen antifaschistischen Engagements wurde seit dem 01. Januar 1999 zuzüglich zum Eintrittgeld ein Spendenbeitrag („Antifa-Mark“) erhoben und an antifaschistische und antirassistische Initiativen weitergeleitet. Die Reaktion des Finanzamtes Leipzig, daraufhin die Gemeinnützigkeit nicht neuerlich zu zuerkennen, ist für den Projekt Verein nicht nachvollziehbar und inakzeptabel, fordert doch selbst die Bundesregierung spätestens seit dem Jahr 2000 jenes gesellschaftliches, antifaschistisches Engagement und hat dafür zahlreiche Programme aufgelegt.

na ob nun bildung oder antifa, das conne island ist sowieso der bessere staat!

z*rück