Archiv für Juni 2011

stalinismus-satire #325

„Der gemeinsame Feind aller Liberalen, Konservativen, Faschisten, Sozialdemokraten, Linksparteiler, Linkssozialisten, Islamisten, Buddhisten, Autonomen, Anarchisten, Wertkritiker usw. hingegen, das ist in der Tat der Realsozialismus, der Stalinismus; und nimmt man alle diese Gruppen zusammen, ist es auch richtig von einem Kartell zu sprechen, das sich gegen den menschlichen Fortschritt verschworen hat.“ – i loled.

„Gegenöffentlichkeit und Größenwahn“

„Seit 20 Jahren versucht sich das Leipziger Stadtmagazin „Kreuzer“ in der Gegenöffentlichkeit. Doch dem eigenen Anspruch wird man nur gelegentlich gerecht.“ … die taz berichtet.

Frauen vs. Fußball

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011™

    vs.

FIFA Fußball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™

Ohrwurm der Woche

Juliano Rossi – I want my money back

Von wegen Rap ist tot!


(via)

Facebook … und dann?

Facebook muss sterben, damit wir leben können!

… wer kennt ihn nicht, diesen Ausdruck des zähen, ungebrochenen Widerstands. Doch was ist wirklich, wenn Facebook endlich tot ist? Was kommt, wenn mein aufopferungsvolles Engagement vom Erfolg gekrönt und dieses sogenannte Social Network endlich am Abkacken ist? Was machen all die Nutzer_innen mit Ihren Status- und Gutfind-Bedürfnissen, ihren Fotos und Freunden und vor allem der ganzen Zeit, die sie nun woanders verplempern wollen?!

Ich persönlich sehe am Horizont, der sich unweigerlich Bahn bricht, noch nichts. Und trotzdem, oder gerade deswegen ist es an der Zeit, Euch, mein liebes Auditorium, schon einmal auf das dezentrale Konzept der sozialen Netzwerke einzuschwören. Oder besser gesagt – DES sozialen Netzwerks. Nein, nicht Diaspora* oder das viel zu nerdige GNU social ist gemeint, sondern das OneSocialWeb. Viel will und vor allem kann ich hier gar nicht groß erklären, sondern Euch nur mal wieder in’s Bewusstsein rufen, daß Dienste wie MySpace, StudiVZ, Facebook oder Twitter ALLE sterben müssen, damit wir leben können. Digitale Freiheit kommt eben nur durch Selbstermächtigung, nicht durch Hingabe an das featurigste Netzwerk mit den meisten Schafen, die sich noch gar nicht vorstellen können, was ihre Unbekümmertheit in Zukunft bedeuten wird. Bevor ich hier jetzt gänzlich im Sumpf des Pathos versinke, empfehle ich den Interessierten noch diese Präsentation und verbleibe mit dauistigsten Grüßen,

Euer tee

Windrad der Freiheit

Was tut man, wenn man wieder mal das Gefühl haben will, die Welt zum Besseren zu wenden oder gewendet zu haben? Richtig, man sucht sich einen richtigen Tiefpunkt der Geschichte als Relation und schon scheint alles paletti. Für Stéphane Hessel ist diese Art Fortschrittsdenken auch Programm:

Wenn man 1942 im Widerstand war und sich jetzt 70 Jahre später fragt: Was nun? Na ja, dann spürt man ein Glücksgefühl, dass die Welt vorwärts geht.

Nur was tut man, wenn man 2011 im Widerstand ist???

Satire zum Montag

Noch ein Opfer der schon existierenden Freizeitgesellschaft: Möchtegern-Erziehungsdiktator Neo leistet „communistische Denkarbeit“ und stellt sich völlig sinnlose und der Realität entbehrende Fragen. Sollte das im „Communismus“ noch schlimmer werden, melde ich mich jetzt schonmal freiwillig für den Galgen an.

„Faschismus in seiner subtilsten und alltäglichsten Form“

… scheint antifaschistische Besorgnis in Briefform jetzt schon für den angeblichen Schwarze-Szene-Experten Alexander Nym zu sein, den die L-IZ zur Verteidigung von Blood Axis auffuhr:

Das Publikum ist nicht so doof, wie da geglaubt wird. Bekämpft den Faschismus, wo ihr ihn trefft. Ich als ‚altlinke Zecke‘ möchte mir das Konzert jedenfalls ansehen und Michael Moynihan mal persönlich kennenlernen und auf den Zahn fühlen. Wenn mir durch Panik-Aktivismus die Möglichkeit vorenthalten wird, mich mit kontroverser Kunst auszusetzen und mit ihr in Diskurs zu treten, dann weiß ich jedenfalls, auf wen ich sauer sein werde – auf jene, die glauben, dass ihre Medizin die Beste für alle anderen sei, denn das ist in letzter Konsequenz nichts anderes als Faschismus in seiner subtilsten und alltäglichsten Form, und damit für mich völlig untolerierbar.

Altlinke Zecke, ja klar. Da hilft wirklich keine Medizin mehr. Vor allem bei dieser Definition:

nichts anderes ist Faschismus letztlich: eine Religion der Selbstanbetung

Auch nicht im folgenden Artikel der L-IZ, bei dem Theaterfabrik-Geschäftsführer Roy Meißner zu Wort kommt, der zwar nichts von Jule Nagels „E-Mailbrief“, wohl aber sich zu positionieren weiß:

Wir als Haus und auch ich privat distanzieren uns vehement davon, irgendwelche rechts- wie auch linksradikale Vermächtnisse oder Erscheinungsformen in unserem Haus zu dulden oder zuzulassen.

Womit die Theaterfabrik sicher nicht in einer Reihe mit den Vereinen zu zählen ist, die die Extremismusklausel nicht unterschreiben. Ja, richtig gelesen. Hatte sich der L-IZ-Schreiberling Daniel Thalheim da noch recht kritisch mit der Extremismustheorie auseinandergesetzt, bietet er sie nun wieder fröhlich feil. So wird Eiko Kühnert „von der Fachstelle für Extremismus der Stadt Leipzig“ befragt, die ihrerseits wieder den Verfassungsschutzbericht zu Rate zieht. Doch zurück zur Theaterfabrik, da nämlich ist man stramm demokratisch-mittig und setzt dieses auch durch:

Wir werden uns auch bei diesem, wie bei allen anderen Veranstaltungen, ganz klar positionieren, indem wir schon im Eingansbereich ggf. sämtliche Zeichen rechts- sowie linkradikaler Vereinigungen wie T- Shirts, Button etc. nicht erlauben werden und durch unsere Security dafür Sorge tragen, dass dieses Konzert nicht zu einem „Tummelplatz“ von radikalpolitischen Gruppierungen wird.

Sich mit den Inhalten der jeweiligen „Ideologien“ einmal auseinanderzusetzen, das hat der Herr Meißner sicher nicht mehr nötig. Es reicht eben das unendliche Vertrauen in den demokratischen Staat und seinen unfehlbaren Verfassungsschutz. Welchen Weg diese Institutionen auch gehen werden, unkritische Leute wie Roy Meißner gehen mit.

Zu guter Letzt läßt Thalheim den Experten Nym noch die Theorie verbreiten, daß die gespenstersehende Antifa die rechten Ideologien selbst in die schwarze Szene gebracht hat:

In den Neunzigern sind wegen genau sowas (gemeint sind offenbar Kampagnen gegen als rechts eingestufte Bands, Anm. d. Red.) echte Rechte in die Post-Industrial-Szene reingekommen [….] Die Kritiker haben nichts begriffen, aber die Szene unangenehmer gemacht, die Anfang der Neunziger dezidiert anti-faschistisch eingestellt war, aber ihre Faszination und das historische wie ästhetische Interesse am Dritten Reich nicht verleugnet haben.

Denn hey – wenn sich schon nicht mehr abstreiten lässt, daß die Szene teils neofaschistisch ist, so kann man doch wenigstens den Antifas die Schuld dafür in die Schuhe schieben und schon ist die heile Neo-Folk-Welt gerettet.

NACHTRAG: Juliane Nagels LeserInnenbrief an die L-IZ

    mehr zum Extremismusklauselstreit: http://extremismusstreik.blogsport.de/
    und zur Extremismustheorie: http://inex.blogsport.de/

Es gibt nicht Gutes, außer mensch tut es!

Manchmal, ja manchmal, da wünsche ich mir ein wenig mehr Web-Socializing. Nur so, für mich und die einsamen Stunden vor HAL900. Da kiebitze ich ein wenig bei Facebook, dann wird mir aber gleich wieder bewusst, weshalb ich mich da nicht anmelde. Ebenso wie Twitter, wo auch einige sympathische Leute zu connecten wären, die allerdings alle keinerlei Probleme mit solchen AGB haben:

Durch die Übermittlung, Veröffentlichung und/oder Anzeige von Inhalten in den Services räumt der Benutzer Twitter die nicht-exklusive, gebührenfreie und weltweite Erlaubnis ein (einschließlich dem Recht auf Erteilung von Unterlizenzen), diese Inhalte in sämtlichen, jetzt bekannten oder später entwickelten Medien oder Vertriebsmethoden zu benutzen, zu kopieren, zu vervielfältigen, zu verarbeiten, anzupassen, zu verändern, zu veröffentlichen und zu übertragen.

Und auch die Datenschutzbestimmungen haben wahrscheinlich die wenigsten gelesen.

Dann frag‘ ich mich, warum zum Geier wechseln die nicht einfach mal zu wesentlich korrekteren Diensten wie bspw. identee.ca?! Sind doch kritische Leute, die meisten. Jaja, die „positive Rückkopplung“ und diese beschissene kritische Masse. So wird das nie was mit dem Internet. Nicht mit Euch, mal ehrlich.

Aber hey – es ist ja nie wirklich zu spät. Denn es gibt nicht Gutes, außer mensch tut es! ;)

Zu kino.to

Bei der LVZ erfahren wir: „Chefs des illegalen Film-Portals saßen in Leipzig“ und der Postillon beweint zurecht, daß die Razzia „Millionen User [zwingt], zwei Minuten nach neuer Streaming-Plattform zu suchen“. Hach mensch, das ist alles so schlimm!!!

Tag der Organspende

Leute, spendet mehr Organe!

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Bund Katholischer Ärzte will mit Homöopathie Homosexualität heilen – Was wollen Sie heilen? (Heise dazu)

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„real hip hop songs shouldn‘t have comment boxes“ (seen on)

„Die nackten Brüste schockieren, locken die Blicke der Presse und des einfachen Volkes.“

Auch ich bin schockiert! (Leonie natürlich auch) Und ich teste gleich mal, ob das für ikl und seinen Anti-Nippelismus irgendwann wieder als Argumentersatz funktioniert.