„Faschismus in seiner subtilsten und alltäglichsten Form“

… scheint antifaschistische Besorgnis in Briefform jetzt schon für den angeblichen Schwarze-Szene-Experten Alexander Nym zu sein, den die L-IZ zur Verteidigung von Blood Axis auffuhr:

Das Publikum ist nicht so doof, wie da geglaubt wird. Bekämpft den Faschismus, wo ihr ihn trefft. Ich als ‚altlinke Zecke‘ möchte mir das Konzert jedenfalls ansehen und Michael Moynihan mal persönlich kennenlernen und auf den Zahn fühlen. Wenn mir durch Panik-Aktivismus die Möglichkeit vorenthalten wird, mich mit kontroverser Kunst auszusetzen und mit ihr in Diskurs zu treten, dann weiß ich jedenfalls, auf wen ich sauer sein werde – auf jene, die glauben, dass ihre Medizin die Beste für alle anderen sei, denn das ist in letzter Konsequenz nichts anderes als Faschismus in seiner subtilsten und alltäglichsten Form, und damit für mich völlig untolerierbar.

Altlinke Zecke, ja klar. Da hilft wirklich keine Medizin mehr. Vor allem bei dieser Definition:

nichts anderes ist Faschismus letztlich: eine Religion der Selbstanbetung

Auch nicht im folgenden Artikel der L-IZ, bei dem Theaterfabrik-Geschäftsführer Roy Meißner zu Wort kommt, der zwar nichts von Jule Nagels „E-Mailbrief“, wohl aber sich zu positionieren weiß:

Wir als Haus und auch ich privat distanzieren uns vehement davon, irgendwelche rechts- wie auch linksradikale Vermächtnisse oder Erscheinungsformen in unserem Haus zu dulden oder zuzulassen.

Womit die Theaterfabrik sicher nicht in einer Reihe mit den Vereinen zu zählen ist, die die Extremismusklausel nicht unterschreiben. Ja, richtig gelesen. Hatte sich der L-IZ-Schreiberling Daniel Thalheim da noch recht kritisch mit der Extremismustheorie auseinandergesetzt, bietet er sie nun wieder fröhlich feil. So wird Eiko Kühnert „von der Fachstelle für Extremismus der Stadt Leipzig“ befragt, die ihrerseits wieder den Verfassungsschutzbericht zu Rate zieht. Doch zurück zur Theaterfabrik, da nämlich ist man stramm demokratisch-mittig und setzt dieses auch durch:

Wir werden uns auch bei diesem, wie bei allen anderen Veranstaltungen, ganz klar positionieren, indem wir schon im Eingansbereich ggf. sämtliche Zeichen rechts- sowie linkradikaler Vereinigungen wie T- Shirts, Button etc. nicht erlauben werden und durch unsere Security dafür Sorge tragen, dass dieses Konzert nicht zu einem „Tummelplatz“ von radikalpolitischen Gruppierungen wird.

Sich mit den Inhalten der jeweiligen „Ideologien“ einmal auseinanderzusetzen, das hat der Herr Meißner sicher nicht mehr nötig. Es reicht eben das unendliche Vertrauen in den demokratischen Staat und seinen unfehlbaren Verfassungsschutz. Welchen Weg diese Institutionen auch gehen werden, unkritische Leute wie Roy Meißner gehen mit.

Zu guter Letzt läßt Thalheim den Experten Nym noch die Theorie verbreiten, daß die gespenstersehende Antifa die rechten Ideologien selbst in die schwarze Szene gebracht hat:

In den Neunzigern sind wegen genau sowas (gemeint sind offenbar Kampagnen gegen als rechts eingestufte Bands, Anm. d. Red.) echte Rechte in die Post-Industrial-Szene reingekommen [….] Die Kritiker haben nichts begriffen, aber die Szene unangenehmer gemacht, die Anfang der Neunziger dezidiert anti-faschistisch eingestellt war, aber ihre Faszination und das historische wie ästhetische Interesse am Dritten Reich nicht verleugnet haben.

Denn hey – wenn sich schon nicht mehr abstreiten lässt, daß die Szene teils neofaschistisch ist, so kann man doch wenigstens den Antifas die Schuld dafür in die Schuhe schieben und schon ist die heile Neo-Folk-Welt gerettet.

NACHTRAG: Juliane Nagels LeserInnenbrief an die L-IZ

    mehr zum Extremismusklauselstreit: http://extremismusstreik.blogsport.de/
    und zur Extremismustheorie: http://inex.blogsport.de/

49 Antworten auf “„Faschismus in seiner subtilsten und alltäglichsten Form“”


  1. Gravatar Icon 1 XgaddafiX 16. Juni 2011 um 3:39 Uhr

    abgesehen von dem schrott, den der liebe links-rechts-egal-alle-in-einen-sack-meißner da so von sich gibt, verstehe ich echt nicht, warum sich [laut liz-artikel] der brief an die veranstalter größenteils auf wikipediaeinträge stützt. hallo?
    ich wage mal zu behaupten, dass es grade in leipzig auch sowas wie progressive, „linke“ menschen in der schwarzen szene gibt, die man hätte ansprechen können. wieso schiesst man also vorschnell ein eigentor, anstatt einfach erstmal die schnauze zu halten, konkreter zu recherchieren und dann zu intervenieren?
    ich will die band echt nicht verharmlosen [das konzert gehört ja eigentlich allein schon wegen der beschissenen musik verhindert], aber dass irgendwelche unreflektierten dorfbauerntrottel mit burzum, schwarze sonne und marilyn manson rucksackaufnähern und nationalsozialistische esoterikerspaten auf konzerte gehn, taugt halt null als kritik an dem müll, den die band sicherlich verzapft hat und/oder immernoch verzapft.

  2. Gravatar Icon 2 tee 16. Juni 2011 um 11:42 Uhr

    tja, frag halt das aktionsnetzwerk. da steht auch schon ein wenig mehr, als nur publikumskritik.

  3. Gravatar Icon 3 tee 16. Juni 2011 um 12:41 Uhr
  4. Gravatar Icon 4 Jule 16. Juni 2011 um 17:09 Uhr

    hier kann ich doch endlich mal meinen leserinnenbrief an die LIZ hinterlassen, geschickt am 9.6.11, bis heute noch nicht veröffentlicht:

    LeserInnenbrief zu den Artikeln
    Blood Axis in der Theaterfabrik: Weitere Stimmen zu einer kontroversen Band (8.6.2011)
    Kontroverse schon vor dem Auftritt: Neofolk-Band Blood Axis am 20. August live in Leipziger Theaterfabrik (6.6.2011)

    In nunmehr zwei Artikeln befasst sich die Leipziger Internetzeitung mit dem in der Theaterfabrik im August geplanten Auftritt der Neofolk-Band „Blood Axis“. Die beiden Beiträge erwecken für mich den Eindruck, dass der Autor die Band samt „schillerndem“ Frontmann schön reden will. Doch vorab: die Autorin des an die Theaterfabrik gerichteten Briefes, der sich kritisch mit „Blood Axis“ auseinandersetzt, heißt nicht „Stadträtin Juliane Nagel“, sondern „Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz“. Es handelte sich zudem nicht um einen öffentlichen Brief, sondern einen, der allein die Theaterfabrik erreichen sollte. Das Ziel einer weniger irritierten Rezeption ist durch die unautorisierte Veröffentlichung des Briefes durch die L-iz dahin.
    Die Ausführungen des L-iz Autor Daniel Thalheim in oben genannten Artikeln wirken auf mich als wenn die Band „Blood Axis“ bzw. Michael Moynihan von Vorwürfen frei gestellt werden soll. Da wird ein Kulturwissenschaftler bemüht, der die „Aufregung“ um Moynihan auch angesichts seiner Vorliebe für den SS-Brigadeführer, Okkultisten und Erfinder des neonazistischen „Schwarze-Sonne“-Symbols, Karl Maria Wiligut, nicht versteht. Über jenen hat der „Blood Axis“-Frontmann sogar eine Biografie verfasst, die nicht wirklich davon zeugt, dass er Wiligut für „einen Spinner“ hält. Gemeinsam mit Dr. Stephen E. Flowers, selbst in der rechts-okkulten Szene unterwegs, leistete er mit der amerikanischen Übersetzung der Schriften von Wiligut, der unter anderem für Heinrich Himmler Berichte schrieb, Pionierarbeit.

    In seinem eigenen Verlag Storm Books gab Moynihan die gesammelten Schriften des US-amerikanischen Neonazis James Mason heraus, im eigenen Verlag Dominion Press ein Buch des faschistischen und neurechten Vordenkers Julius Evola. In dem von Moynihan mitherausgegebenen neuheidnischen Magazin TYR schrieb er noch vor fünf Jahren Seite an Seite mit dem rassistischen, neurechten Wegbereiter Alain de Benoist. 2006 war seine „rechte Phase“ also noch nicht vorbei.

    Unbedenklich? Provokation? Nein! Zusammengenommen mit den im Aktionsnetzwerks-Brief aufgeführten Informationen über die politischen Neigungen und Einstellungen eines Michael Moynihan kann das guten Gewissens bezweifelt werden. Moynihan ist ein Überzeugungstäter, seine rechte Phase endete offensichtlich nicht in den 1990-er Jahren. Die Erkenntnisse über ihn sind nicht wie von Daniel Thalheim behauptet allein von Wikipedia zusammengesammelt, sondern selbst gelesen und übersetzt bzw. basieren auf Recherchen von profunden KennerInnen der schwarz-braunen Szene, wie Christian Dornbusch, auf dessen Wissen offensichtlich auch die städtische Fachstelle für Extremismus und Gewaltprävention zurückgreift.

    Dass von jener nun lediglich auf den Verfassungsschutz zurückgegriffen wird, ist ein wenig armselig. Wenn der Verfassungsschutz die einzige Referenz für die Einschätzung von demokratiefeindlichen, diskriminierenden Einstellungen wäre, dann könnte man auch Kategorie C eine vollkommen politisch korrekte Band oder die bundesdeutsche Asylgesetzgebung humanistisch nennen. „Verpackt seine Kunst auf irritierende Weise“, „spielen mit dem Feuer“, „wollen provozieren“, so die LIZ-Kommentare zur Darstellung faschistischer und geschichtsrevisionistischer Symoblik und Weltanschauung. Wird hier verharmlost bzw. ein anderes Maß angelegt als an Akteure, die sich sonst so etwas leisten? Ist nicht die Benennung von Rassismus, Geschichtsrevisionismus, Demokratiefeindlichkeit schon immer das beste und wichtigste Rezept gegen Wegschauen, Verschweigen und Akzeptieren gewesen?

    Aber im Gegenteil wird hier denen, die nicht wegschauen, nicht verschweigen und nicht akzeptieren, Panikmache vorgeworfen. Und nicht zuletzt verfängt sich der L-iz-Autor Thalheim in der Extremismus-Formel, die er an anderer Stelle selbst kritisiert hat, indem er die Kritik am Gebaren Moynihans als Ursache für das Interesse von Nazis an seiner Musik verunglimpft. Naziaktivitäten und antifaschistischer Protest dagegen werden vom VS zu gern auf einen Schlagabtausch zwischen „extremistischen Rändern“ erklärt, anstatt erstere als Problem der gesamten Gesellschaft zu benennen.

    Dieser Argumentationsfigur springt auch der wieder und wieder bemühte Kulturwissenschaftler Alexander Nym bei, indem er meint, dass „die Schwarze Szene“ nur wegen der kritischen Thematisierung von rechtsoffenen Erscheinungen tatsächlich von Nazis heimgesucht wurde. Dass er nebenbei noch Faschismus zu „eine[r] Religion der Selbstanbetung“ verharmlost und das ästhetische Interesse der Gothik-Szene am Nationalsozialismus gut heißt, sei an dieser Stelle nur mit Kopfschütteln goutiert. Wer allerdings wie Nym meint, dass irgendeine gesellschaftliche Gruppe/ ein Milieu/ eine Subkultur resistent gegen rassistische, autoritäre, demokratiefeindliche Erscheinungen wäre, der hat jeglichen Bezug zur gesellschaftlichen Realität verloren.

    Ich bleibe als Mitunterzeichnerin des Briefes an die Theaterfabrik bei meiner kritischen Haltung gegenüber „Blood Axis“ – bis sich ihr Frontmann unzweideutig von seinen rechtslastigen Äußerungen distanziert hat.

    Juliane Nagel, 9.6.2011

  5. Gravatar Icon 5 tee 17. Juni 2011 um 23:10 Uhr

    sehr gute punkte. und wesentlich schöner ausformuliert als bei mir … :-"
    jedoch fürchte ich, die werden das thema totschweigen, thalheims artikel sowie nyms und meißners äußerungen sind dann doch zu peinlich diesmal.

    was mich jedoch interessiert ist: lief das konzert wie geplant ab, gab es da noch irgendwas erwähnenswertes?

  6. Gravatar Icon 6 Jule 20. Juni 2011 um 9:38 Uhr

    hee tee. das konzert findet erst am 20.8. statt, die theaterfabrik hat dem aktionsnetzwerk mittlerweile geschrieben, sie werden das konzert durchführen und der leserInnenbrief ist heute kommentiert veröffentlicht worden: http://www.l-iz.de/Interaktiv/Leserbriefe/2011/06/Blood-Axis-Theaterfabrik-Kontroverse-Leserbrief.html

  7. Gravatar Icon 7 tee 20. Juni 2011 um 22:38 Uhr

    arrgh, na klar. dieses wgt hat mich ganz verwirrt. na dann schaun mer mal …

  8. Gravatar Icon 8 tee 20. Juni 2011 um 22:43 Uhr

    der vollständigkeit halber für alle, die den leser_innenbrief nicht nochmal lesen, hier die

    Anmerkung der Redaktion: Es liegt nicht in der Aufgabe eines Journalisten, sich schützend vor jemanden zu stellen, sondern so wahrheitsgemäß und umfassend, wie nur immer möglich zu berichten. Dies schließt auch die Befragung aller am Prozess interessierter und beteiligter Personen statt einer einseitigen Befassung ein. Für die weiterführenden Informationen, sofern sie sich verifizieren lassen, möchten wir uns bedanken. Falsch war bei der Publikation des Schreibens an die Theaterfabrik in der Tat der eigentliche Absender – dieser heißt „Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz“. Dies ist im Rahmen der vorzeitigen Erlangung des Inhaltes ein Fehler, für welchen wir uns entschuldigen müssen und richtig gestellt sehen wollen.

    Dem Eindruck der „Inschutznahme“ respektive einer eventuell vermuteten Verharmlosung möchten wir hingegen entschieden entgegentreten. Ob dem Phänomen ua. alltäglichen Rassismus oder Elitarismus in Abgrenzung und Erhöhung gegenüber Dritten im Ganzen und hier dem durchaus kritisch zu betrachtenden frühen Wirken eines Künstlers im Speziellen mit Bekenntnisforderungen zu lösen ist, möchten wir überdies bezweifeln. Der Leserbrief stellt, wie alle anderen auf L-IZ.de veröffentlichten, nicht die Meinung der Redaktion dar.

    Das Konzert selbst wird die L-IZ.de – Redaktion aus journalistischen Gründen selbstverständlich besuchen und ebenso Anstrengungen unternehmen, vorab oder vor Ort mit dem Frontmann der Band ins Gespräch auch zu diesen Themen zu kommen.

  9. Gravatar Icon 9 denis 01. Juli 2011 um 16:54 Uhr

    Die hier vorgebrachten „Argumente“ gegen Michael Moynihan / Blood Axis sind dieselben, wie bei allen bisherigen Beschuldigungen angeblich rechts situierter „Neofolk-Bands“ wie Deatch in June, Sol Invictus, Der Blutharsch, etc. etc. Alle Verantwortlichen dieser Gruppen haben sich stets gegen Nazi-Vorwürfe gewehrt, und den Anschuldigern komplettes Unverständnis Ihrer Kunst unterstellt. Mit Ihrer Arbeit reflektieren diese Personen wie kaum andere in der heutigen Musiklandschaft den Hass und Zorn vieler Menschen auf die moderne Gesellschaft. Die Unterschiede zur Musik/Kunst selbstbekennender Neonazis sind gravierend. Ästhetisch, musikalisch und textlich besteht nahezu kein Zusammenhang.
    Um einer globalen Zerstörung durch den Menschen entgegenzuwirken, sind Verachtung und Hass gegenüber den Verantwortlichen legitim und notwendig. Politik und Wirtschaft sowie deren Wähler haben nicht nur versagt sondern müssen auch die Verantwortung für Ihr Handeln tragen. Die Menschenverachtung im sog. „Neofolk“ hat seine Wurzeln nicht im Rassismus/Antisemitismus. Sie unterscheidet nicht zwischen Hautfarbe und Religion. Aussagen von Vertretern dieser Gruppen diesbezüglich haben keinerlei nationalsozialistische Komponente, ganz im Gegenteil, stets werden die Nazis mit eingeschlossen. Die Arbeit von Menschen wie Michael Moynihan trägt in Ihrer Ästhetik und Wirkung dazu bei, dieses moderne irdische Ungleichgewicht in Bezug auf Verantwortung und Bestrafung zumindest auf künstlerischer Ebene zu beseitigen.
    Passend hierzu stellt sich Mr. Moynihan auf dem neuesten Blood Axis Flyer als Erlöser der Menschheit dar, und nicht als deren Zerstörer.

  10. Gravatar Icon 10 XgaddafiX 01. Juli 2011 um 18:44 Uhr

    Passend hierzu stellt sich Mr. Moynihan auf dem neuesten Blood Axis Flyer als Erlöser der Menschheit dar, und nicht als deren Zerstörer.

    haha, wie geil ist das denn? na dann erlös mich doch endlich, mr. moynihan! rest nicht gelesen, sorry aber zuviel müll/text.

  11. Gravatar Icon 11 denis 02. Juli 2011 um 16:38 Uhr

    hallo „XgaddafiX“

    einen beitrag zu bewerten, ohne diesen gelesen zu haben? – deine argumentation gleicht derer der ankläger in diesem forum.

    die „erlösung“ von der ich sprach betrifft sicherlich auch dich, aber wahrscheinlich nicht in dem zusammenhang den du dir vorstellst.

    wieder einmal rein garnichts verstanden – aber den mund aufgemacht. – der typische wähler von heute. – bravo.

  12. Gravatar Icon 12 justus 02. Juli 2011 um 21:00 Uhr

    @ denis: „Die hier vorgebrachten „Argumente“ gegen Michael Moynihan / Blood Axis sind dieselben, wie bei allen bisherigen Beschuldigungen angeblich rechts situierter „Neofolk-Bands“ wie Deatch in June, Sol Invictus, Der Blutharsch, etc. etc. Alle Verantwortlichen dieser Gruppen haben sich stets gegen Nazi-Vorwürfe gewehrt, und den Anschuldigern komplettes Unverständnis Ihrer Kunst unterstellt.“

    Ist natürlich ein grandioses Gegenargument, wenn die Betreffenden sagen „Nein, wir sind keine Nazis“ – ja klar, dann KÖNNEN sie natürlich keine Nazis sein… Tony Wakeford zum Beispiel war zu der Zeit, als er Sol Invictus gründete, Mitglied bei der National Front. Wenn er sich also „stets gegen Nazi-Vorwürfe gewehrt“ hat, dann hat er zumindest damals gelogen.
    Und wenn Moynihan z.B. Bücher von Neonazis (James Mason) und Faschisten (Julius Evola) veröffentlicht, dann liegt der Schluss einfach nahe, dass er inhaltlich konform geht mit dem, was er da veröffentlicht – oder hast du eine bessere Erklärung?
    Also, lieber Denis, statt nur „Ihr habt alle nix verstanden!“ zu blöken, solltest du deine Meinung entweder begründen (mit Argumenten und so, du weisst schon) oder lieber mal den Mund halten…

  13. Gravatar Icon 13 Wuffibold 04. Juli 2011 um 7:58 Uhr

    Zitat: „Passend hierzu stellt sich Mr. Moynihan auf dem neuesten Blood Axis Flyer als Erlöser der Menschheit dar, und nicht als deren Zerstörer.“

    Hier sieht man wieder einmal eindrucksvoll, wie intensiv sich tatsächlich mit dem Thema beschäftigt wurde. Das besagte Bild möchte keinen „Jesus“ stilisieren, sondern ist eine Anlehnung an ein Porträt von Albrecht Dürer, siehe hier:

    http://www.mathematik.de/ger/information/landkarte/zahlen/bilder/goldschnitt/self-28.jpg

  14. Gravatar Icon 14 clov 04. Juli 2011 um 8:07 Uhr

    Die Menschenverachtung im sog. „Neofolk“ hat seine Wurzeln nicht im Rassismus/Antisemitismus. Sie unterscheidet nicht zwischen Hautfarbe und Religion.

    … sondern ist eine Art universelle Verachtung alles modernen und menschlichen oder wie? Also für mich ist das ne Form von krudem Neofaschismus. Ich denke, ne Einstellungsstudie unter den „Fans“ würde schnell zu Tage fördern, mit welcher Art von (Un)Politik wir es beim „Neofolk“ zu tun haben.

  15. Gravatar Icon 15 justus 04. Juli 2011 um 14:26 Uhr

    @ clov: Ich schätze, mit „Menschenverachtung“ ist hier die sozialdarwinistische Denke von Musikern wie Boyd Rice (NON) oder Ian Read (Fire & Ice) gemeint, also die Meinung, einer „geistigen Elite“ anzugehören. Wobei dieses „Elite-Sein“ dann tatsächlich nur darin besteht, Menschen zu verachten, also alle anderen (die „Masse“) als „minderwertig“ einzustufen, um selbst als „höherwertig“ dazustehen. So ein Herrenmenschen-Dünkel kann tatsächlich unabhängig von Rasse-Konstrukten funktionieren, was aber nichts dran ändert, dass es sich hier um regressive Hirngrütze handelt.
    Ich hab auch andernorts schon mal was dazu geschrieben, siehe hier:

    http://www.feierabendle.net/index.php?id=128

    Mit Pauschalurteilen über die „Fans“ oder die „Neofolk“-Szene allgemein sollte mensch trotzdem vorsichtig sein – die Szene besteht ja nicht nur aus Death in June, Fire & Ice und Konsorten, sondern es gibt auch „unpolitische“ Neofolk-Bands, die man vielleicht wegen ihres Heiden/Eso-Gedönses kritisieren kann, die damit aber keine politische Agenda verfolgen.
    Ebenso dürfte unter den Neofolk-Fans zwar ein gewisser Snobismus (á la „Hui, ich gehöre einer exklusiven Minderheit an!“) weit verbreitet sein. Aber von dort zu einer ausformulierten sozialdarwinistischen Ideologie sind´s auch noch mal ein-zwei Schritte…

  16. Gravatar Icon 16 denis 05. Juli 2011 um 1:39 Uhr

    Ich bin es leid, werde dennoch einmal mehr einen Kommentar abgeben.

    zu Wuffibold:
    Der genannte Flyer von Blood Axis basiert auf einem Selbstportrait von Albrecht Dürer, in welchem dieser sich offenkundig in einer Pose darstellt, welche damals und heute fast ausschließlich Jesus vorbehalten war/ist. In der Kunstwissenschaft wird angenommen, dass der Grund für die Selbstdarstellung Dürers in dieser Pose sein Glauben an den Künstler als Nachfolger Gottes aufzeigt. Die Pose ist also gleichbedeutend der des Erlösers Jesu.

    zu dov:
    Ich habe bereits dargelegt, dass bei den angesprochenen Vertretern des sog. „Neofolk“ die Verachtung und der Hass gegenüber der modernen Gesellschaft nicht auf politischen Idealen beruhen. Zorn und Wut gegenüber fremder Bedrohung ist eines der Grundbedürfnisse menschlichen und tierischen Verhaltens. Dazu kommt der Umstand, dass der Großteil der modernen (menschlichen) Gesellschaft eine offenkundig ignorante und selbstgerechte Haltung gegenüber der globalen Zerstörung und ihrer Verantwortlichen aufweist. Die Kritik beginnt und endet nicht beim einzelnen Menschen, sondern beinhaltet zwangsläufig auch seine massenorientierten Gesellschaftsstrukturen, inkl. Nationalsozialismus, Kommunismus, Kapitalismus, etc. etc. Die Ursache für Verachtung gegenüber dem modernen Menschen und seiner Gesellschaft ist also nicht zwangsläufig in politischen Ideen zu suchen und zu finden. Nur weil sich eure Philosophie ausschließlich politisch und moralisch definiert, muss das bei anderen Menschen nicht genauso sein.

    zu justus:
    Die kurze Mitgliedschaft von Tony Wakeford bei der National Front war der Grund, weshalb sich Douglas Pearce (Death in June) zu dieser Zeit von ihm distanziert hat. Ein Umstand, der von euch stets unter den Tisch gekehrt wird. Auch hat Tony Wakeford diese Mitgliedschaft später immer als seinen wahrscheinlich größten Fehler bezeichnet. Abgesehen davon finden sich in dem Werk von Sol Invictus keinerlei antisemitische oder politische Äußerungen, ganz im Gegenteil sind die Texte von Tony Wakeford durchzogen mit archetypischen Symbolen der alten nordischen Völker, sowie einer offenen Ablehnung der modernen Massengesellschaft mit all ihren Auswüchsen nach rechts oder links. Verheiratet ist Tony Wakeford übrigens mit einer Jüdin. – Beide, Tony Wakeford und Douglas Pearce begannen ihre „Karriere“ übrigens in der Punkband „Crisis“.

    Das Kompensieren eigener Minderwertigkeitskomplexe ist tatsächlich ein häufiger Begleitumstand beim Ablehnen und Kritisieren anderer Meinungen. Dabei muss es nicht zwangsläufig an Argumenten fehlen. Die Arbeit von Boyd Rice und Ian Read jedoch einzig und allein darauf zu reduzieren, basiert auf der Annahme, dass diese keinerlei inhaltlichen Wert besäße. Du gebietest Vorsicht vor „Pauschalurteilen“ , gibst aber selbst pauschale Bewertungen ab, ohne auch nur ein Argument zu nennen. Ich bezweifle, dass du dich näher mit Boyd Rice und/oder Ian Read auseinandergesetzt hast.

    Ein Wort vielleicht zum Gebrauch von Runen: Die Nationalsozialisten sowie die italienischen Faschisten haben wie kein Regime vor ihnen die Wirkung von kraftvoller Ästhetik und Symbolen für ihre eigenen politischen Ziele erkannt. Viele der von ihnen benutzten Symbole wurden schon zu früheren Zeiten von anderen Völkern benutzt (z.B. die Runen, das Hakenkreuz im Buddhismus). Wenngleich heute viele Kritiker einzig und allein bestimmte Zeichen als nationalsozialistisch definieren, so wird das dem Symbolgehalt dieser keineswegs gerecht. Zahlreiche moderne Gruppierungen besinnen sich erneut auf alte zum Teil vorchristliche Gesellschaftstrukturen, und die damit verbundenen Zeichen. Ein Zusammenhang zum Nationalsozialismus ist oft nicht gegeben. — Die von Douglas Pearce benutzte SS-Totenkopf-Version (in abgewandelter Version mit einer „6″ unten rechts) für sein Projekt Death in June ist einer der eindrucksvollsten Totenköpfe, welche ich persönlich kenne. Seine Ernsthaftigkeit, das Fehlen sämtlicher Anzeichen von Romantik und Verspieltheit, macht es zu einem der kräftigsten Symbole für Kampf, Kompromisslosigkeit und bedingungslose Ergebenheit an eine Sache. Es gibt zahlreiche Nazis und Neonazis, welche den Totenkopf (ohne die „6″) benutzen, ebenso Sympatisanten von Death in June (mit der „6″) – Jeder einzelne benutzt die symbolische (magische) Kraft des Totenkopfes für seine eigenen Interessen. Douglas Pearce’s Anliegen in seinem Projekt Death in June war es von Anfang an, so kraftvoll wie möglich, den Kampf und den Widerstand gegen ihm verhasste Strukturen in Gesellschaft und Politik darzustellen. Er revolutionierte die Musiklandschaft mit vielen neuen Ideen, und gilt als einer der Gründer des sog. „Neofolk“. Nicht zuletzt aufgrund der gewaltigen Symbolsprache in Musik und Bild.

    Zum Verlag von Michael Moynihan:
    Über James Mason und Julius Evola kann ich nichts sagen, weil ich keines ihrer Bücher gelesen habe. Ich bin auch ehrlich gesagt nicht sehr interessiert an beiden.
    Ich kann eure aber Argumentation nicht nachvollziehen, in der man uneingeschränkt alles, was eine Person/Gruppe jemals getan, gesagt oder geschrieben hat gutheißen muss, sofern man über diese Person/Gruppe selbst berichtet, Teile ihrer Arbeit respektiert und als Inspiration benutzt oder veröffentlicht, oder auch nur ihren Namen nennt. Euer eindimensionales Verständnis von Wahrheit und Wissen ist höchst unwissenschaftlich und entbehrt jeglicher Fähigkeit zur Selbstkritik und somit geistiger Weiterentwicklung. Wenn gemäß eurem Verständnis das Werk bestimmter Autoren, Musiker, Maler, Bildhauer, Filmemacher, Politiker, Philosophen, Naturwissenschaftler, Tänzer usw. von der menschlichen Bildung auszuschließen sind, gleichen sich euer Verhalten und eure Absichten denen der Nationalsozialisten im Dritten Reich.

    Wann gibt es die erste Bücherverbrennung auf Geheiß der Antifa? – Körperliche Gewalt und Androhung von Gewalt, das Beschädigen fremden Eigentums, Beschimpfen und Verleumnden, Aufforderung zur Freiheitsberaubung (Auftrittsverbote etc.) sind ja bereits die Mittel, mit denen ihr gegen euch unliebsame Personen und Gruppen vorgeht.

    Es bestehen mehr Gemeinsamkeiten zwischen euch und den Nazis, als zwischen denen und der von euch angeklagten „Neofolk“-Musiker.

  17. Gravatar Icon 17 justus 05. Juli 2011 um 14:51 Uhr

    Ah, der Troll ist wieder da… Ich geh mal nur auf den letzten Teil ein: Wo wurde denn hier nach Zensur (oder gar nach Bücherverbrennungen) gerufen? Muss man uneingeschränkt noch dem letzten Vollpfosten und der miesesten Band ein Podium bieten, weil das sonst Zensur wäre? Und freie Meinungsäußerung schließt eben auch inhaltliche Kritik ein, d.h. wenn du, Moynihan oder sonstwer seine Meinung äußern darf und Blödsinn redet, dann dürfen andere Leute dieser Blödsinn auch benennen und kritisieren.
    Und die Pauschalurteile hast du ja selbst ziemlich gut drauf, wie du in den letzten zwei Sätzen zeigst. Wer ist denn das „ihr“, von dem du da sprichst? Und überhaupt, du kennst mich ja gar nicht – woher willst du also wissen, ob und wie ich gegen „unliebsame Personen und Gruppen“ vorgehe?

    P.S.: Und deine sonstige „Argumentation“ ist einfach nur zu drollig. Ach so, Pearce und Wakeford haben mal bei ´ner Punkband gespielt… Ganz was Neues. Tja, dann können sie natürlich keine Rechten sein. Aber wenn ich richtig erinnere, waren Skrewdriver auch mal ´ne Punkband…

    P.P.S.: Auch sehr schön (schön blöd) dieses Zitat von dir:

    „Die von Douglas Pearce benutzte SS-Totenkopf-Version (in abgewandelter Version mit einer „6″ unten rechts) für sein Projekt Death in June ist einer der eindrucksvollsten Totenköpfe, welche ich persönlich kenne. Seine Ernsthaftigkeit, das Fehlen sämtlicher Anzeichen von Romantik und Verspieltheit, macht es zu einem der kräftigsten Symbole für Kampf, Kompromisslosigkeit und bedingungslose Ergebenheit an eine Sache.“

    Hui! Wenn man das liest, könnte man fast meinen, du würdest „Kampf, Kompromisslosigkeit und bedingungslose Ergebenheit an eine Sache“ für positive Werte halten…

  18. Gravatar Icon 18 EvS 05. Juli 2011 um 16:13 Uhr

    „Verheiratet ist Tony Wakeford übrigens mit einer Jüdin.“

    super argument dafür dass er kein rechter ist…beide daumen hoch

  19. Gravatar Icon 19 justus 06. Juli 2011 um 10:23 Uhr

    Das Standard-Nonsens-Argument Nummer 1 hat Denis allerdings vergessen: „Douglas Pearce ist übrigens schwul, und deshalb schon rein biologisch nicht in der Lage, faschistisches Gedankengut zu hegen.“

  20. Gravatar Icon 20 denis 06. Juli 2011 um 17:55 Uhr

    „justus“

    beleidigungen sind fehl am platz. weder bin ich ein „troll“?? noch kenne ich irgendwelche „vollpfosten“?? bitte in einem anderen ton.

    du hast wieder nicht richtig gelesen – zumindest hast du mich nicht verstanden. ich mache niemandem vorwürfe, dass er seine meinung/ansichten vertritt, sofern diese keine auswirkungen auf mein leben und das meiner freunde haben.

    lies bitte genauer: – mein zitat „Körperliche Gewalt und Androhung von Gewalt, das Beschädigen fremden Eigentums, Beschimpfen und Verleumnden, Aufforderung zur Freiheitsberaubung (Auftrittsverbote etc.)“ und deine Beleidigungen schrenken meine freiheit und die meiner freunde ein. ihr begnügt euch eben nicht nur mit der äußerung eurer meinung.

    du berufst dich auf deine meinungsfreiheit, wenn es jedoch um die der anderen geht (in deinen Worten „Vollpfosten“) dann ist diese weder notwendig noch erwünscht.
    du bis einfach nur selbstgerecht, nimmst für dich „rechte“ in anspruch, während du selbige anderen verwehrst. (genau wie es die nazis und kommunisten taten und noch heute tun)

    wenn ich anstatt „du“ dazu neige „euch“ zu sagen, dann nur in solchen zusammenhängen, bei denen sich deine aussagen mit denen der anderen in diesem forum gleichen. da „ihr“ alle dieselben „argumente“ vorbringt, ist das für mich die basis, euch euren aussagen entsprechend auch zusammenzufassen.

    DVS: auch hier gilt wieder: deine argumentation verwehrt anderen (mir) dieselben „rechte“, welche du für dich (euch) in anspruch nimmst.
    die von dir/euch vorgetragenen „argumente“, nach denen ihr personen politisch beurteilt, basieren ausschließlich auf missinterpretationen von fakten. ich persönlich denke schon, dass es höchst seltsam erscheinen würde, wenn ein nazi oder antisemit öffentlich mit einer jüdin verheiratet wäre. (für dich mag das normal sein, vielleicht solltest du dann vorerst deine interpretation von Nationalsozialismus und/oder antisemitismus erläutern, vielleicht haben wir vollkommen andere vorstellungen und reden nur aneinander vorbei??) Natürlich das ist wieder nur ein faktum, aber das sind eure „argumente“ auch. – kannst du mir vielleicht aussagen von tony wakeford nennen, in der er sich offen zu rassistischen oder antisemitischen ansichten bekennt? kannst du mir auch nur eine textstelle in seinem werk nennen, welche rassistisch oder antisemitisch ist? das gleiche gilt für die anderen besprochenen personen. – und bitte, bevor jetzt wieder auf „total war“ (boyd rice) etc. eingegangen wird, lest euch bitte erst die texte durch, nicht nur ein oder zwei zeilen, sondern alles. aus dem zusammenhang gerissene wörter oder wortgruppen geben kein wirkliches abbild der getroffenen aussage wider. Auch die benutzung des wortes „holocaust“ (douglas pearce) ist kein argument dafür, ein nazi zu sein.

    Es reicht euch nicht, dass diese gruppen sich selbst von allem, was ihr ihnen vorwerft distanzieren, nein, eure behauptungen bleiben diesselben. Sind euch jemals andere Bedeutungen dieser von euch angeklagten fakten in den sinn gekommen?

    oder erkläre mir einer von euch, weshalb douglas pearce ein nazi sein soll, weil er einen ss-totenkopf als teil eines seiner band-symbole verwendet, oder er uniformen (nicht nur ss-uniformen, sondern auch österreichische!! etc.) anzieht, oder oder oder — wenn euch die hintergründe wirklich interessieren würden, dann versucht doch in seiner musik den schlüssel zu finden, lest interviews, oder schaut euch die death-in-june dokumentation (behind the mask) an, anstatt immer und immer wieder mit den idiotischen anfeindungen daherzukommen. – doch da wären wir wieder bei bei eurer unfähigkeit, zu differenzieren. ihr holt euch immer nur die schnipsel, welche sich für eure meinung eignen, alles andere wird ignoriert bzw. nicht verwendet. letztendlich habt ihr kein ganzes bild, sondern nur einzelne farbklekse. – anders ausgedrückt, man kann mit euch keine diskussion führen, man kann gegen euch nicht gewinnen, weil ihr unfähig seid, argumente entgegen eurer eigenen meinung aufzunehmen und in eure meinungsfindung einfließen zu lassen. dasselbe problem haben alle totalitären philosophien in ihrer anwendung.

    die platte pauschalisierung einer ganzen epoche/gesellschaft und deren kompletten intellektuellen wie kulturellen erzeugnissen, ist vollkommener unsinn. es war nicht alles schlecht in der DDR, auch nicht im dritten reich oder bei den Indianern etc. etc. – in jeder idee steckt ein wahrer kern. (oh weh — jetzt bin ich natürlich der geborene nazi für euch, weil ich das gesagt habe) das dritte reich definiert sich nicht nur über rassismus und/oder antisemitismus. wenn das für euch der fall sein sollte, dann habt ihr ein absolut lückenhaftes bild eurer eigenen geschichte.

    es gibt tatsächlich unzählige fakten im leben der besprochenen personen, welche deren angebliche zugehörigkeit zum nationalsozialismus und/oder Antisemitismus völlig absurd erscheinen lassen. die homosexualität von douglas p. ist nur ein beispiel. ich habe keine zeit und lust eine derartige aufzählung bringen, alles ist offen für jeden zugänglich. vielleicht aber noch kurz ein paar vereinigungen, in welchen einige der behandelten Personen Mitglieder waren/sind: Church of Satan (Boyd Rice); Rune-Gild (Ian Read); Asatru-Bewegung (Michael Moynihan); Temple of Psychick Youth (Genesis P‘Orridge); Ordo Templi Orientis (David Tibet).

    Eine wahrlich eigenwillige Auswahl für angebliche Nationalsozialisten und Antisemiten.

    Zuletzt die Antwort von Albin Julius auf die Frage, ob er ein Nazi sei, stellvertretend für alle anderen hier angesprochenen Personen:

    „Ich war nie einer, werde nie einer sein, will keiner sein, bin keiner! Es interessiert mich einfach nicht.“

    Wie fügt sich die Arbeit von Albin Julius, Michael Moynihan & Co in diese Aussage ein? – Anstatt nun gleich wieder mit der Behauptung aufzuwarten, diese Aussage sei kein Argument, sowieso nur eine Lüge, man kann diesen „Vollpfosten“ sowieso kein Wort glauben etc etc etc – versucht doch endlich einmal die Zusammenhänge zu verstehen?

    Die Arbeit aller genannten Künstler ist weitaus vielschichtiger und basiert keineswegs nur auf dem Benutzen einiger weniger Symbole. – Wenn ihr also ernsthaft ein kritisches Bild von euch fremden Personen zeichnen wollt, dann müsst ihr deren komplette Arbeit einbeziehen.

    Macht endlich eure Hausuafgaben!

  21. Gravatar Icon 21 tee 07. Juli 2011 um 0:53 Uhr

    denis, komm mal runter. ein „ihr“ gibt es nicht, also wirf justus nicht solchen blödsinn vor. den rest kann ich aus zeitmangel grad nicht lesen, aber wenn das so weiter geht, wird der nächste kommentar eben gelöscht. schöne tage!

  22. Gravatar Icon 22 denis 07. Juli 2011 um 12:02 Uhr

    gut, ein „ihr“ gibt es nicht, soll ich dann „antifa“ sagen, oder „kommunisten“, oder „linke“? — wenn du begriffe wie „nazi“ und „rechte szene“ benutzt, verallgemeinerst du ebenfalls, im gegensatz zu dir habe ich gründe angegeben, warum ich dies tue. ich verallgemeinere nicht immer und nur dann, wenn es angebracht ist, d.h. wenn die von mir angesprochenen personen im jeweiligen kontext dasselbe sagen bzw. meinen. unterschiede bei den meinungen der bisherigen kommentatoren konnte ich bisher jedenfalls keine erkennen.

    interessanterweise benutzt die antifa in öffentlichen foren meist keine namen, sondenr tritt stets als gruppe auf. wie soll man diese dann anreden – „du gruppe“.

    beleidigungen sind erlaubt (siehe justus), aber eine schlüssige verwendung von personalpronomen in der mehrzahl ist verboten. – deine auffasung von einer fairen diskussion ist grauenhaft.

  23. Gravatar Icon 23 justus 07. Juli 2011 um 13:15 Uhr

    @denis: Wer würde wohl diesen adretten jungen Herren für einen Neonazi halten? Das sieht man doch auf den ersten Blick, dass Mr. Moynihan nur seinen Hass auf die Moderne ausdrücken will:

    Und man muss wirklich schon ein verblendeter, faschistoider Antifaschist sein, um bei diesem hübschen Plattencover irgendwelche politischen Hintergründe zu vermuten:

    Tja, was will uns der Künstler damit sagen? „Die Moderne ist scheiße, nur die NSDAP war irgendwie cool“?

    P.S.: Der „Vollpfosten“ war ein rein hypothetischer Allwerwelts-Vollpfosten, kein bestimmter. Aber wenn du dich davon persönlich angesprochen fühlen willst – bitteschön, das passt schon. Und „Troll“ ist eher eine sachliche Beschreibung als eine Beleidigung.

    P.P.S.: Danke, dass du meinen Vorschlag angenommen und die fehlende Nonsens-Aussage ergänzt hast: „es gibt tatsächlich unzählige fakten im leben der besprochenen personen, welche deren angebliche zugehörigkeit zum nationalsozialismus und/oder Antisemitismus völlig absurd erscheinen lassen. die homosexualität von douglas p. ist nur ein beispiel.“

    Klar, wer schwul ist, KANN natürlich kein Antisemit sein. Aber von Ernst Röhm hast du auch schon mal gehört, oder? Musst du ja wohl, als Death-In-June-Fan. Nun, dieser Röhm war, glaube ich, schwul und gleichzeitig Chef der SA – Schwulsein und „Zugehörigkeit zum Nationalsozialismus“ schließen sich also nicht zwingend aus.

  24. Gravatar Icon 24 bigmouth 07. Juli 2011 um 18:08 Uhr

    ob Pearce ein faschist *) ist, ist wohl schwierig zu beantworten, er spielt jedenfalls absichtlich mit dieser ästhetik. was klar sein sollte, ist, dass der mann ein rassist ist, der in den muslimen den untergang europas erblickt: http://www.deathinjune.org/modules/mediawiki/index.php/Interview:1999-Achtung_Baby

    *) „nazi“ wäre mit auftritten in israel wohl wirklich schwierig vereinbar, wenn man antisemitismus als notwendiges merkmal begreift

  25. Gravatar Icon 25 denis 07. Juli 2011 um 20:21 Uhr

    justus – mit dir hat es wirklich keinen sinn. du liest nicht sorgfältig und verstehst nicht die einfachsten aussagen. du bist unfähig differenzierte informationen aufzunehmen, dein schwarz/weiss oder besser gesagt rot/braun denken ist absolut naiv und weltfremd. – ich werde mich ab jetzt nicht mehr zu deinen aussagen äussern, da du sowieso nicht auf das eingehst, was ich sage.

    bigmouth: für dich mögen „islamische fundamentalisten“ (zitat douglas pearce) eine bereicherung für die europäische kultur und gesellschaft sein, der größte teil der europäer dürfte dies anders sehen, mich eingeschlossen. ich halte übrigens auch die philosophie von nazis, kommunisten, fundamentalen kapitalisten und anderen totalitären systemen für ein ernst zu nehmendes problem für die zukunft unserer gesellschaft, und das nicht nur in europa. – bin ich deshalb ein rassist?

  26. Gravatar Icon 26 EvS 08. Juli 2011 um 11:40 Uhr

    denis: für dich mag „kruder neofaschismus“ (zitat clov) eine bereicherung sein…

    deine argumentation hinkt gewaltig

    und wenn du islam=fundamentalismus sagst, ja, dann bist du ein rassist.

  27. Gravatar Icon 27 justus 09. Juli 2011 um 12:44 Uhr

    @denis: „ich werde mich ab jetzt nicht mehr zu deinen aussagen äussern, da du sowieso nicht auf das eingehst, was ich sage.“ Das Kompliment kann ich zurückgeben – aber äußern werde ich mich natürlich trotzdem, wenn du Blödsinn redest.
    Tja, sorry, wie du schon in deinem zweiten Posting ganz richtig bemerkt hast, leide ich unter Minderwertigkeitskomplexen und kann einfach nicht anders, als solche Lichtgestalten wie Moynihan, Read etc. pp. in den Dreck zu ziehen…

    Mal im Ernst: Deine Ausführungen zum Thema „Faschisten, die nicht so genannt werden wollen“ sind ja ganz interessant, und es ist auch interessant zu sehen, was Mr. Moynihan so für Fans hat. Aber willst du nicht lieber wieder bei Nonpop posten? Dort findest du bestimmt ein paar Geistesverwandte, die deinen Hass auf die Moderne und deine Vorliebe für „Kampf, Kompromisslosigkeit und bedingungslose Ergebenheit an eine Sache“ teilen – im Gegensatz zu uns bösen, intoleranten Linken, die immer nur alles kritisieren.

  28. Gravatar Icon 28 denis 11. Juli 2011 um 17:35 Uhr

    evs schrieb: „und wenn du islam=fundamentalismus sagst, ja, dann bist du ein rassist. “

    ich schrieb „islamische fundamentalisten“ – das ist etwas anderes.

    mich würde deine definition von rassismus interessieren? es ist definitv eine andere, als die im duden.

    meiner meinung nach kann jeder tun und glauben, was er will, sofern er andere, die nicht seiner meinung sind, unbehelligt lässt. — und wenn es gruppen gibt, die sich selbst moslems nennen, und u.a. meinen töchtern und meiner frau den zugang zur bildung verwehren wollen, mir und meiner familie das musikhören verbieten wollen, der ganze lebensstil meiner familie und meiner freunde in deren augen ketzerisch und todeswürdig ist etc. etc., dann nenne ich solche menschen „islamische fundamentalisten“, und schütze mich vor solchen idioten — und wenn du mich daraufhin einen „rassist“ nennst, dann ist mir das absolut egal. du kannst mich auch kinderschänder nennen, weil ich meinen kindern einen gutenachtkuss gebe – das ist so etwa derselbe argumentationsweg.

    selbstschutz ist also rassistisch für dich?

    mir stehen in diesem forum langsam die haare zu berge. soviel dummheit und arroganz habe ich selten erlebt.

    das war mein letzter beitrag.

  29. Gravatar Icon 29 tee 11. Juli 2011 um 17:58 Uhr

    denis, das ist hier kein forum. mit dem islamischen fundamentalismus hast du allerdings ausnahmsweise mal recht.

  30. Gravatar Icon 30 bigmouth 11. Juli 2011 um 18:22 Uhr

    nein, denn im interview spricht Pearce von muslimen im allgemeinen

  31. Gravatar Icon 31 tee 11. Juli 2011 um 18:39 Uhr

    ok, das hab‘ ich freilich nicht gelesen.

  32. Gravatar Icon 32 denis 19. Juli 2011 um 10:51 Uhr

    douglas pearce zitat: „HE WORLD SEEMS TO BE SO FULL OF SO MANY DANGERS THAT IT‘S HARD TO SINGLE ANY PARTICULAR ONES OUT. CERTAINLY THE MOST OBVIOUS THAT SPRING TO MIND ARE THE GROWTHS IN ISLAMIC FUNDAMENTALISM AND OUT OF CONTROL BREEDING“

    „islamic fundamentalism“ bedeutet also für bigmouth „muslimen im allgemeinen“

    bigmouth ist ein lügner und/oder er ist der englischen sprache nicht mächtig.

    vielleicht kann irgendjemand im blog hier erklären, welche rassistischen und antisemitischen ansichten man Michael Moynihan, Douglas Pearce, Tony Wakeford, Ian Read, Albin Julius etc. etc. konkret vorwirft? Ich kann nichts dergleichen in deren Arbeit/Interviews etc. finden.

    zum schluss noch ein vermerk:

    Rassismus und Antisemitismus sind nur zwei Wertevorstellungen, welche von den Nationalsozialisten propagiert wurden. Es gibt aber noch zahlreiche weitere, wie z.B. Stärke, Kraft, Mut, Ehre, Stolz, Familie, Naturverbundenheit, Ehrlichkeit, etc.
    Den Nationalsozialismus und dessen Ästhetik ausschließlich auf rassistische und antisemitische Werte zu reduzieren, ist geschichtlich wie politisch falsch. Zeitzeugen bekunden auch noch nach vielen Jahren, dass nicht alles schlecht war, das gilt für alle totalitären Regime, (Kommunismus, Kapitalismus, Nationalsozialismus – DDR, Sowjetunion, China etc. etc.) – „In jeder Idee steckt ein wahrer Kern“ (frei nach Ian Read/Anton Lavey). Dass alle diese Regime Verbrecherregime waren/ind, bedeutet nicht zwangsläufig, dass alles ofür sie standen, falsch war oder ist.

    Indem ihr jeden verteufelt, der einzelne Teile und Aspekte dieser Epochen/Regime benutzt bzw. gutheisst, und ihn deshalb aller jener Verbrechen für schuldig erklärt, für welche diese Regime verantwortlich sind/waren, dann verbaut ihr euch selbst alle Zugänge zu einer wirklichen Auseinandersetzung mit diesen Philosophien. Ihr werdet niemals verstehen, welche Bandbreite an Werten und Ideen existiert haben, und könnt somit auch keine dieser Ideen für euch selbst nutzen.

  33. Gravatar Icon 33 justus 19. Juli 2011 um 14:46 Uhr

    Das Zitat geht aber noch weiter: „EVEN IN EUROPA, WITH ZERO POPULATION GROWTH IN MANY COUNTRIES, THOSE WHO ARE DOING THE BREEDING APPEAR TO ME, AND I THINK MANY OTHERS, TO BE OF DUBIOUS CHARACTER. THEY FUCK, THEY HAVE KIDS AND THAT IS ALL THEY DO!“

    Pearce sieht also zwei Bedrohungen: von außen „islamic fundamentalism“, von innen „out of control breeding“. Wer sich da so „unkontrolliert fortpflanzt“, sagt er nicht genau, nur dass es Leute „of dubious character“ sind.
    Die Argumentation läuft also ungefähr auf eugenische Angstvorstellungen á la Sarrazin hinaus: Die Minderwertigen (die Unterschicht, Moslems/Islamisten usw.) ficken die ganze Zeit, vermehren sich wie die Karnickel und bedrohen „unsere“ europäische Kultur und die Qualität der europäischen „Völker“. „Wir“ müssen also uns irgendwie dagegen wehren – mit welchen Mitteln auch immer (zur Auswahl stünden z.B. Abschiebungen, Erwerbslosen das Elterngeld streichen, Zwangssterilisation, Ausländer totschlagen…) Also für mich ist das rassistisch genug.

    Und was dein Gerede von wegen „Es war nicht alles schlecht“ bzw. „In jeder Idee steckt ein wahrer Kern“ angeht: Klar, auch Rassismus hat insofern einen „wahren Kern“, als er reale Verhältnisse widerspiegelt – nämliche die kapitalistische Ökonomie, die auf Ausbeutung beruht und durch die Marktkonkurrenz notwendig immer neue Verlierer und „Überflüssige“ produziert. Rassist_innen nehmen diese Gesellschaftsordnung als einfach gegeben, als „natürlich“ hin – wer ausgebeutet wird und arm ist, beweist damit schon seine „biologisch-rassische“ Minderwertigkeit.

    Exakt das ist dann auch die Vorstellung, die die Nazis sich von „Natur“ machten – und die auch Pearce, Moynihan, Read, Boyd Rice usw. teilen: Die Natur als solche ist schon hierarchisch gegliedert, die „Starken“ herrschen über die „Schwachen“, und unsere Gesellschaftsordnung ist nur eine Widerspiegelung dieser „universellen“ Prinzipien der Natur. Die „Moderne“ hat sich von der „Natur“ abgewandt, diese Prinzipien mißachtet, und ist damit der Dekadenz und Degeneration verfallen – die Aufgabe der „Elite“ ist es, die „natürliche Ordnung“ wieder herzustellen.

    Hier mal ein hübsches Zitat von Boyd Rice zum Thema: „At one time all was right with the world. It was lorded over by men who imposed their will by force. Women kept their mouths shut, underlings knew their place… In a once glorious past, woman was a creature without rights; a second class citizen… She was part cook, part whore, part servant and all child… Woman must be put in her place… These days the only way to restore balance between the sexes is by fear and pain… Rape is the act by which fear and pain are united in love… Now is the time to subjugate. Now is the time to dominate. Now is the time to rape. Let the RAPE commence. Go forth! Rise up! Rape, rape, rape!“

    Gefunden unter

    http://www.whomakesthenazis.com/search/label/Boyd%20Rice

    (überhaupt eine sehr empfehlenswerte Website, wenn man was über neofaschistische Strömungen im Neofolk/Industrial wissen will…)

    P.S. zum Thema „es war nicht alles schlecht“: Du hast die Autobahnen vergessen.

  34. Gravatar Icon 34 justus 20. Juli 2011 um 13:01 Uhr

    Ich muss noch was schreiben, weil deine Argumentation einfach so scheißdumm ist. Du solltest echt mal deine Strategie überdenken, Denis. Sich dumm stellen und gleichzeitig intelligent wirken wollen, das funktioniert einfach nicht. Und warum sollen wir denn nun aufhören, Moynihan & Co zu kritisieren – weil sie keine Faschisten sind, oder weil der Faschismus im Grunde doch eine feine Sache war? Entscheide dich gefälligst mal!

    A propos, „der Faschismus hatte auch sein Gutes“… Du meinst: „Zeitzeugen bekunden auch noch nach vielen Jahren, dass nicht alles schlecht war, das gilt für alle totalitären Regime, (Kommunismus, Kapitalismus, Nationalsozialismus – DDR, Sowjetunion, China etc. etc.)“

    Klar, aus der Perspektive der Aufseher war Auschwitz sicherlich auch eine feine Sache… Und klar, wenn man alles Schlechte beiseite lässt (also Kleinigkeiten wie Massenmord, Diktatur, Krieg, die rassistische, antisemitische, nationalistische und generell völlig irrationale Ideologie…), dann ist der Rest natürlich nicht so schlimm.
    Aber dass der Rest ganz okay ist, wenn man alles Schlechte wegstreicht – wo ist da das Argument?

    Und selbst die von dir als positiv genannten „Wertevorstellungen (…) wie z.B. Stärke, Kraft, Mut, Ehre, Stolz, Familie, Naturverbundenheit, Ehrlichkeit, etc.“ sind nur dann positiv, wenn man, wie du es tust, den gesamten miesen Kontext ignoriert.

    „Tugenden“ wie „Stärke, Kraft, Mut“ werden eben gefordert, wenn man Krieg führen will, wenn´s also darum geht, massenhaft andere Menschen abzuschlachten und sich unter Umständen selbst für´s „Vaterland“ abschlachten zu lassen. Gleiches gilt für „Ehre“ und „Stolz“. Dass sich hinter solchen hohlen Begriffen auch ein ziemlich beknacktes Bild von „Männlichkeit“ verbirgt, erwähne ich hier nur am Rande…

    Dass die Nazis die „Familie“ hochhielten, ist auch kein Wunder: Wenn man ordentliche kleine Arier heranzüchten will, dann muss man eben bei der Familie ansetzen. Dieses Menschenzuchtprogramm und die Bewunderung der Familie sind dabei nur die logische Kehrseite zur Ausrottung „unwerten Lebens“ (Behinderte, Homosexuelle, Zigeuner und Juden, die den „reinen Volkskörper“ vergiften).

    Zum Thema „Naturverbundenheit“ habe ich ja schon was gesagt: „Natur“ meint in diesem Kontext eben „Blut und Boden“, also Verbundenheit mit der heimischen Scholle und der eigenen „Rasse“ – ist also auch nur die Kehrseite für die Versklavung und Vernichtung von „rassisch Minderwertigen“.

    Und was die „Ehrlichkeit“ angeht: Da solltest du kleiner Krypto-Faschist mal hübsch den Ball flachhalten…

  35. Gravatar Icon 35 denis 23. Juli 2011 um 10:33 Uhr

    Justus: ein letztes Mal. – Du hast keine meiner Ausführungen verstanden. Deine Schlussfolgerungen aus dem von mir Gesagtem widersprechen genau dem, was ich gesagt habe. Du reduzierst immer noch das dritte Reich auf die Verbrechen, welche in dieser Zeit verübt wurden. Nicht ich ignoriere den Rassismus/Antisemitismus und all die anderen Wahnsinnstaten, welche von den Nazis, den Kommunisten und all den anderen Reih-in-Glied Dummköpfen begangen wurden. Ich habe keine Scheuklappen auf, und erkenne sehr genau und differenziert die Unterschiede, zwischen einer Wertvorstellung und einer anderen. Mich interessieren keine rassistischen oder kommunistischen Ideologien. Auch habe ich diese eindeutig ausgeklammert, als ich davon sprach „dass nicht alles schlecht war“. – doch du liest nur das, was du lesen willst. Deine Meinung steht von vornherein fest. Du bist unfähig, differenzierte Ausführungen zu verstehen.

    Ich habe die Autobahnen nicht vergessen, nur sehe ich in diesen keinen positiven Zweck für die Erfüllung menschlichen Daseins, vielmehr das Gegenteil. Abgesehen davon, dass der Bau zum größten Teil von politischen Häftlingen ausgeführt wurde. – Wieder einmal legts du mir Dinge in den Mund, welche ich weder gesagt habe, noch meine.

    Dein Pearce-Zitat ist zwar richtig, deine Schlussfolgerung/Übersetzung jedoch nicht. Douglas Pearce definiert sogar eindeutig die von ihm bezeichneten „fragwürdigen Charaktere“ (dubios character) als „europäisch“. Keinerlei Wort über die Höherwertigkeit von Europäern gegenüber Bewohnern anderer Kontinente, vielmehr das Eingeständnis, dass die moderne europäische Gesellschaft degeneriert ist. – Wo bleibt da also der rassische Gedanke einer arischen (nordeuropäischen) Rasse?

    Deine Schlussfolgerungen zeigen vielmehr, dass du keinerlei Ahnung von menschlicher Biologie hast. Vielmehr gewinne ich den Eindruck, dass für dich Biologie und Soziobiologie keine Naturwissenschaften sind, sondern schlichtweg Sammelbecken faschistischer, rassistischer und nationoalsozialistischer, von Minderwertigkeitskomplexen geprägter, Dummköpfe.

    Überhaupt folgt deine ganze Argumentation keinem naturwissenschaftlichem Grundschema. Sie ist voll von Misinterpretationen, Ungenauigkeiten, Halbwahrheiten, Lügen und Selbsteinschätzungen.

    Du siehst wahrlich alles durch eine rot-braune Brille. Für dich scheinen keine anderen Farben und Grautöne zu existieren.

    Wo wir schon bei Massentötungen, Ethnischen Säuberungen, Rassenkonflitken und politischen Morden in großem Stil sind, warum werden in diesem Zusammenhang selten die Namen Stalin und Lenin erwähnt? Hitler kennt jedes Kind bis zum Erbrechen auswendig, Stalin nicht. Sind 10-20 Millionen ermordete Regimegegner (nur bis ca. 1955) nicht Grund genug, um auch den Kommunismus zu verteufeln? Was ist mit der Boykottierung von Punk-Bands und linker Propaganda?

    Deine arrogante, ignorante Selbstgerechtigkeit stinkt zum Himmel.

    Zitat Justus: „Und selbst die von dir als positiv genannten „Wertevorstellungen (…) wie z.B. Stärke, Kraft, Mut, Ehre, Stolz, Familie, Naturverbundenheit, Ehrlichkeit, etc.“ sind nur dann positiv, wenn man, wie du es tust, den gesamten miesen Kontext ignoriert.“

    Ich ignoriere überhaupt nichts, ich werfe nur nicht alles in einen Topf. Der einzige Umstand, weshalb fast immer nur das dritte Reich und die Nationalsozialisten mit diesen Grundwerten in Zusammenhang gebracht werden, ist der, dass kaum eine der anderen politischen und philosophischen Strömungen heute und damals, diese Werte in dem Masse und mit dem Eifer für sich beanspruchen, wie es die Nationalsozialisten für sich taten.

    Zitat Justus: „Tugenden“ wie „Stärke, Kraft, Mut“ werden eben gefordert, wenn man Krieg führen will,…“

    Das ist nur die halbe Wahrheit. Unser ganzes Dasein hängt davon ab, wie stark, mutig intelligent und clever du bist. Schwächlinge, Feiglinge und Dummköpfe sind nun einmal benachteiligt. Und das nicht erst seit Darwin.

    Zitat Justus: „Die Natur als solche ist schon hierarchisch gegliedert, die „Starken“ herrschen über die „Schwachen“,…“

    Diese simple Darstellung taugt allemal für einen Liedtext oder ein Ritual, ist jedoch naturwissenschaftlich in einem Satz mit drei Wertworten (stark, schwach, herrschen) nicht ausreichend erklärbar. (Zumal deine Definition von „stark“,, „schwach“ und „gerrschen“ sicherlich eine andere ist) Eine natürliche Gesellschaftstruktur, ob bei Pflanze, Tier oder Mensch, ist sehr vielschichtiger und umfassender. Vielleicht solltest du dich zuerst darüber informieren, bevor du alle Verhaltensbiologen als „Faschisten“ bezeichnest. – Ich empfehle zum Grundverständnis die Werke von Desmond Morris, Konrad Lorenz, E.O. Wilson, Tinbergen, Eibl-Eibesfeldt, Darwin, Lavey, usw.

    (Wahrleich eine Reihe der übelsten Faschisten, Rassisten und Verbrecher.)

    Ich bin immer wieder überrascht, wie wenig Verständnis und Auffassungsvermögen es in solchen Foren/Blogs gibt.

    Das war mein letzter Beitrag hier.

  36. Gravatar Icon 36 tee 24. Juli 2011 um 0:00 Uhr

    Der einzige Umstand, weshalb fast immer nur das dritte Reich und die Nationalsozialisten mit diesen Grundwerten in Zusammenhang gebracht werden, ist der, dass kaum eine der anderen politischen und philosophischen Strömungen heute und damals, diese Werte in dem Masse und mit dem Eifer für sich beanspruchen, wie es die Nationalsozialisten für sich taten.

    Was dann wohl heißt, daß die „anderen politischen und philosophischen Strömungen heute und damals“ nicht ganz so schlimm wie der NS waren, wohl aber auch ablehnenswert sind. Und ach ja – Du ignorierst schon wieder den Kontext.

    U.a. deswegen ist nun aber wirklich Schluss für Dich hier. Auf Deine blöde Rechtfertigungstour und die Ignoranz gegenüber Justus‘ Argumenten hab‘ ich keinen Bock mehr.

  37. Gravatar Icon 37 justus 25. Juli 2011 um 12:21 Uhr

    @ tee: Danke. Man muss nun wirklich nicht jedem Vollpfosten ein Forum geben ;)

  38. Gravatar Icon 38 hhh 25. Juli 2011 um 13:40 Uhr

    @ justus , tee

    ich finde ihr reagiert über. er wird doch zumindest nicht so beleidigend und ausfallend wie ihr. nur weil euch die argumente ausgehen ….

  39. Gravatar Icon 39 tee 25. Juli 2011 um 14:07 Uhr

    hhh, zum einen hab‘ ich (noch) niemanden beleidigt und zum anderen ist die grenze, ab der beleidigt werden darf, bei denis schon längst erreicht. wo argumente nicht fruchten, was ja nun mehr als deutlich geworden ist (hättest dich sonst sicher selbst argumentativ eingemischt), sind eben andere mittel gefragt. denis hat sich klar als feind geoutet, rechtfertigt nachwievor neofaschistische ideologie und ist deswegen nicht unbedingt ein vollpfosten, wohl aber ein – justus drückte es schon richtig aus – kryptofaschistisches arschloch. schönen tag.

  40. Gravatar Icon 40 EvS 25. Juli 2011 um 14:07 Uhr

    wenn nicht auf argumente eingegangen wird gehen sie einem zwangsläufig irgendwann mal aus.

    btw. konrad lorenz hat natürlich in keinster weise irgendetwas mit faschismus am hut
    :-?

  41. Gravatar Icon 41 justus 25. Juli 2011 um 15:04 Uhr

    Die Argumente ausgehen? Argumente hab ich noch genug in der Hinterhand. Meine Meinung zu Eugenik und Soziobiologie und zum historischen Zusammenhang zwischen beiden kannste z.B. hier nachlesen:

    http://www.feierabendle.net/index.php?id=255

    und

    http://www.feierabendle.net/index.php?id=226

    Im Übrigen reagiert Denis auf jedes Argument doch eh nur damit, dass er auf neue Themenfelder ausweicht. Außerdem stellt er sich doch schon genug bloß, wenn er schlichtweg leugnet, dass es bei den betreffenden Künstlern IRGENDEIN Problem geben könnte (im Einzelfall kann man ja gern drüber diskutieren – die Möglichkeit, dass z.B. Tony Wakeford in den letzten zehn Jahren was dazugelernt und seine Kontakte zur rechten Szene abgebrochen hat, will ich hier nicht ausschließen).

    Wohin er mit seiner „Argumentation“ hin will, zeigt ja auch seine beständige Relativierung des NS-Regimes – ja, Stalin war AUCH schlimm, das macht das 3. Reich aber nicht besser, ebenso wenig wie die deutschen KZs Stalin irgendwie besser machen.
    Dass Denis dann im zweiten Schritt beständig irgendwas Gutes am Nationalsozialismus finden will, passt völlig ins Bild. Da habe ich ja schon erklärt, warum das blödsinnig ist. Wie gesagt, wenn man alles Schlechte wegstreicht, dann ist der Rest natürlich ganz okay.

    Die Frage ist allerdings die nach der Relation: Mag ja sein, dass Hitler z.B. seinen Schäferhund immer gut behandelt hat. DESWEGEN werde ich ihn dann sicher nicht kritisieren – es spielt nur in Relation zur industriellen Massenvernichtung von Menschen keine wirkliche Rolle. Und es wäre kompletter Blödsinn etwa zu behaupten, das man Nazis an ihrer besonderen Tierliebe erkennen könnte.

    Aber genau solchen Blödsinn gibt Denis von sich, wenn er „Wertvorstellungen“ wie „Mut“ oder „Ehrlichkeit“ als besonderes Merkmal der Nazis anpreist. Okay, in manchen Situationen mag „Mut“ eine positive Eigenschaft sein. Im Dienste einer schlechten Sache ist er aber einfach nur dumm, also selber schlecht. Und zweitens ist „Mut“ kein Alleinstellungsmerkmal der Nazis (als hätten die Leute von der französischen Resistance oder die AnarchistInnen, die in Spanien gegen Franco kämpften, keinen Mut nötig gehabt…)
    Und da Denis so beständig den Drang äußert, irgendwas Bewundernswürdiges am Dritten Reich zu finden, ist es nicht weit hergeholt, ihn selbst für einen verkappten Faschisten zu halten.

    Und wenn er nicht sieht (bzw. sehen will) wo das Problem bei der Aussage liegt: „Der und der Bevölkerungsteil vermehrt sich zu schnell – das ist eine Bedrohung, der wir begegnen müssen“, tja, dann ist das ein Grund, ihn selbst für einen Rassisten zu halten.

    Ich habe Pearces Aussage (vor allem die Passage über „ZERO POPULATION GROWTH IN MANY COUNTRIES“) so verstanden, dass er von ausländischen Bevölkerungsteilen spricht – die einheimische Bevölkerung vermehrt sich nicht, aber die Araber ficken wir die Wilden…

    WELCHEN Bevölkerungsteil Pearce nun genau meint, ist aber letztlich zweitrangig. Wenn er von „minderwertigen“ Anteilen der „einheimischen“ Bevölkerung spricht, würde das die Sache auch nicht besser machen – die Angst der EugenikerInnen vor „Degeneration“ von der Angst der RassistInnen vor „Überfremdung“ nicht so weit entfernt. Und wenn Denis den Zusammenhang von Eugenik und Rassismus nicht sieht, bzw. die Aussage okay findet, wenn sie „nur“ gegen die eigene Bevölkerung und nicht gegen andere „Rassen“ gerichtet ist – nun, dann kann ich ihm auch nicht helfen.

  42. Gravatar Icon 42 earendil 25. Juli 2011 um 18:55 Uhr

    Ich ignoriere überhaupt nichts, ich werfe nur nicht alles in einen Topf.

    LOL. HitlerStalinLenin, Punkbands und rechtsextreme Neofolker, alles im Prinzip eine Soße. Aber unterm Adolf war alles nicht schlecht nicht alles schlecht, da muss man schon differenzieren!

    So wörtlich genommen war sicher auch in Nazideutschland nicht alles schlecht. Aber was da gut war, war trotz, nicht wegen des NS gut. Was für den NS spezifisch war, das war tatsächlich alles schlecht!

    Es ist auch ziemlich egal, ob der Typ nun Voll-, Halb- oder bloß Dreiachtelnazi ist. Die reaktionäre, rassistische, völkische, sozialdarwinistische, misanthropische, elitaristische Ideologiesoße, die da aus Texten, Statements und Symbolik tropft, ist für sich selbst widerlich genug und wird von dir wohl nur deshalb nicht als anstößig empfunden, weil du sie selber weitgehend teilst.

    (Ja, war eigentlich überflüssig, da schon alles gesagt ist, musste jetzt aber trotzdem raus…)

  43. Gravatar Icon 43 clov 26. Juli 2011 um 10:03 Uhr

    warum bin ich hier als clov eingeloggt?

  44. Gravatar Icon 44 EvS 26. Juli 2011 um 12:52 Uhr

    war schon wieder als clov drinne. ist das ein problem von blogsport oder wie oder was?

  45. Gravatar Icon 45 tee 26. Juli 2011 um 17:12 Uhr

    ja, ich bekam nur leider nie eine antwort auf das problem.

  46. Gravatar Icon 46 clov 27. Juli 2011 um 1:13 Uhr

    *hrhr* Das ist Macht des cloverismus. Sehts positiv, ich lese noch aufmerksam mit ;O)

  47. Gravatar Icon 47 tee 12. August 2011 um 17:30 Uhr

    Der GAMMA-Newsflyer dokumentiert ein LVZ-Interview mit Martin Langebach/Christian Dornbusch zum Thema:

    Warum ist es so schwer, die politische Haltung der Band Blood Axis eindeutig zu benennen?


    Martin Langebach: Weil unsere Kategorien zu eindimensional sind. Die Frage lautet meistens schlicht: Ist Bandchef Michael Moynihan ein Neonazi oder nicht? Aber das politische Spektrum kennt Abstufungen. Moynihan gehört keiner rechtsextremen Partei an, doch lässt sich meines Erachtens sehr wohl sagen, dass er ein Rechtsradikaler ist. Der philosophische Überbau für seine Arbeit als Musiker und Herausgeber wie Verleger basiert auch auf weit rechts stehenden Denkern, solchen, die Inspiration der Neuen Rechten sind.


  48. Gravatar Icon 48 tee 17. September 2011 um 19:41 Uhr

    ach, übrigens – war jemand beim konzert?!

  1. 1 porno xxx Trackback am 21. Juli 2013 um 1:17 Uhr

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