Satire zum Montag

Noch ein Opfer der schon existierenden Freizeitgesellschaft: Möchtegern-Erziehungsdiktator Neo leistet „communistische Denkarbeit“ und stellt sich völlig sinnlose und der Realität entbehrende Fragen. Sollte das im „Communismus“ noch schlimmer werden, melde ich mich jetzt schonmal freiwillig für den Galgen an.


8 Antworten auf “Satire zum Montag”


  1. Gravatar Icon 1 Thiel S. 13. Juni 2011 um 17:03 Uhr

    „Was fällt, das soll man auch noch stoßen“ – nur zu! Die Warteliste ist allerdings ziemlich lang, kann also sein, dass du all die Orgien, Feste und Diskussionsrunden noch ein Weilchen miterleben musst. Armer tee! *Mitleidig blick*

    Zur inhaltlichen Kritik vgl. mein Kommentar auf „La vache qui rit“.

  2. Gravatar Icon 2 tee 13. Juni 2011 um 18:17 Uhr

    jetzt, wo ich da auch noch kommentiert hab‘, kann ich mitleid wirklich gebrauchen. satire soll man doch nicht kommentieren! na eins noch:

    ihr geht den konsequenten weg der kapitalismusverteidigung, in dem ihr (ziemlich phantasievoll) ein bild einer postrevolutionären gesellschaft malt, in der niemand außer euch leben möchte, weil es nämlich fast alle in der existierenden wesentlich besser haben. das ist die praktische antwort auf eure „communistische denkarbeit“, einer weiteren spielart des real existierenden reaktionismus.

    und deswegen ist jede weitere ernsthafte beschäftigung mit communistischen wie stalinistischen spinnern (interessant, wie das in der post-gsp-zeit verschwimmt) auch vertane müh. ich kritisier mich lieber selbst, satire in nächster zeit auch als solche zu behandeln und wünsche viel spaß im communismus!

  3. Gravatar Icon 3 Riddick 13. Juni 2011 um 22:04 Uhr

    *teezustimm* und *idiotencommünuistinnenauslach*

  4. Gravatar Icon 4 blackone 14. Juni 2011 um 0:10 Uhr

    Wie wat, post-gsp? Haben die tatsächlich aufgegeben?

  5. Gravatar Icon 5 tee 14. Juni 2011 um 0:25 Uhr

    ich bezog das freilich nur auf die betroffene blogosphäre, ahnte aber schon, man könne das missverstehen. eben weil man ja nicht mehr viel hört ;)

    aber natürlich sind sie nachwievor aktiv: http://www.gegenstandpunkt.com/

  6. Gravatar Icon 6 tee 15. Juni 2011 um 12:09 Uhr

    oh, thiel bringt noch ein schmankerl, das muss ich zitieren. denn es bringt die lineare vorstellung von geschichte, die (nicht nur sozial und kulturell) blinde (und typisch westliche) Fortschrittsdenke, also dass letztlich alles nur stetig besser wird (von der barbarei in die zivilisation und zu dessen voller verwirklichung, dem kommunismus mit c), so schön auf den punkt:

    Tatsächlich ist die erfahrene Freiheit im Kapitalismus defizitär. In einer wirklich freien Gesellschaft gäbe es keine Angst vor der Freiheit. Zugleich gibt es so etwas wie eine Ideologie der Freiheit, die als Herrschaftsinstrument eingesetzt wird. Doch dies eingedenk können wir als irgendwie Revolutionäre doch garnicht anders, als uns genau auf diese Freiheit (die keineswegs „falsch“ ist sondern schlicht die höchste Form der Verwirklichung der Freiheit in der Geschichte repräsentiert – herrschen tut sie sowieso nicht) zu beziehen. Diese Freiheit kann jeder für sich entdecken und es entdeckt sie auch jeder, der will.

    klar können revolutionäre anders, indem sie sich eben nicht auf diese freiheit beziehen, die der meinung kleiner communistischer buben nach nur noch nicht voll verwirklicht ist. denn diese freiheit ist teil des problems, nicht der lösung. defizitär, omg.

    zum abschluss noch feinste studi-satire:

    Die „Moderne“ freilich ist nichts anderes als der kulturelle Bewusstwerdungsprozess des Bürgertums, die avancierteste Artikulation seines Lebensgefühls. Diese Artikulation weist jedoch über ihre eigene Partikularität, spätestens, wenn sie sie in sich selbst reflexiv aufnimmt, hinaus und wird tatsächlich Ausdruck des Universellen – des gegenwärtigen Stands der Potentiale der Gattung, von denen die übergroße Mehrzahl der Gattung exkludiert wird.

    <:-p

  7. Gravatar Icon 7 T.S. 16. Juni 2011 um 17:02 Uhr

    Ich muss selbstkritisch zugeben, dass mir die Formulierung meiner These im ersten Zitat ein wenig missglückt ist. Ich glaube einfach, dass wir in unserer Lebenspraxis implizit immer schon ein sehr radikales Verständnis von Freiheit voraussetzen. Warum diskutieren wir denn überhaupt und berufen uns dabei auf Argumente, die sich auf keine irgendwie feststehende Ordnung des Seins, sondern auf ein als autonom gedachtes Reich der Vernunft beziehen?
    Diese Freiheit verstehe ich als historische Errungenschaft. Du nimmst sie ja selbst in Anspruch, wenn du sagst, dass man sich von dieser Freiheit befreien (!) soll.
    Das Problem ist, dass wir diese Freiheit als Angst, Unsicherheit, erzwungene Verantwortung erleben – so erfahren wir die Freiheit (und ich halte es für unsinnig, von einer anderen Freiheit als dieser erfahrenen auszugehen). Das zeigt in der Tat ein tieferliegendes Problem dieser Gesellschaft an.

    Wie wir nun damit umgehen sollen, weiß ich auch nicht. Jedenfalls nicht durch eine platte Negation, die ohnehin von vorneherein selbstwidersprüchlich wäre (wie du ja selbst in deiner Äußerung sehr schön demonstrierst). Viel eher ginge es darum, das Freiheitsbewusstsein radikal zu schärfen – da eben gerade die „defizitäre Erfahrung“ negativ einen anderen gesellschaftlichen Zustand impliziert, selbst wenn wir diesen gegenwärtig allerallerhöchstens punktuell ausformulieren oder gar erreichen können.
    Die „Lösung“ wäre in meinen Augen genau ein Zustand, in dem wir uns als freie Subjekte entfalten könnten ohne dass diese Freiheit als Last empfunden würde. Mag auch sein, dass das nie erreichbar ist, who knows?

  8. Gravatar Icon 8 earendil 17. Juni 2011 um 17:22 Uhr

    Neo hat einen (Alp)Traum: Stell dir vor, es ist Communismus, und keiner geht hin!

    Das Problem ist, dass wir diese Freiheit als Angst, Unsicherheit, erzwungene Verantwortung erleben – so erfahren wir die Freiheit (und ich halte es für unsinnig, von einer anderen Freiheit als dieser erfahrenen auszugehen).

    Nein, du commünistischer Übermensch und Erziehungsdiktator, wir „erleben“ und „erfahren“ diese Freiheit nicht bloß so, diese Freiheit – die bürgerliche Freiheit des Eigentums und der Eigentümer – resultiert für die meisten Menschen, wenn nicht direkt in Not und Elend, in ganz materieller Unsicherheit und damit Angst, und zwingt uns zur Verantwortung für Dinge, die wir nicht in der Hand haben. Will man den Freiheitsbegriff nicht ganz verwerfen, muss man einen entwickeln, der sich gerade nicht positiv auf diese Freiheit bezieht.

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