Bonjour Tristesse vs. Phase 2

Die Phase 2 hat’s erwischt (Vorsicht, Facebook!):

Zu unserem Bedauern haben wir erst nach Druck der Ausgabe bemerkt, dass sich in dem Artikel »Suburban Alien«, den uns eine Julia Reiter angeboten hatte, nicht nur Fehler befinden, sondern im Artikel anscheinend zitierte Texte frei erfunden wurden. Wir müssen annehmen, dass es sich bei dem Artikel um einen Fake handelt. Warum sich jemand die Mühe macht, einen Artikel zum Geschlechterverhältnis in der Fernsehserie Alf zu schreiben und sich hierfür Literatur ausdenkt, erschließt sich uns nicht.

… und die Bonjour Tristesse bekennt sich:

Anhand des Leipziger Antifa- und Jungakademiker-Blattes »Phase 2« soll deshalb ausgeführt werden, wie es um linke Medien in Deutschland bestellt ist und wie ausgerechnet ein schrulliger Außerirdischer es schaffen konnte, zum inoffiziellen Ehrenbürger der Heldenstadt zu werden.

Zum (höchst feierlichen) Abschied ein PR-Trick, der noch einmal symbolisiert, was die Tristesse war. Vor allem verzichtbar.


9 Antworten auf “Bonjour Tristesse vs. Phase 2”


  1. Gravatar Icon 1 Finni 10. Februar 2012 um 1:52 Uhr

    HAHAHA, das gibts ja nicht! Und ich hatte den Artikel noch recht verwundert gelesen und hätte auch nie gecheckt, dass das ein Fake wär, bis dann die Stellungnahme der Phase2 auf Facebook kam. Aber nach Buffy, welchen Serien soll mensch da noch kritisches Potenzial absprechen können?

    Da hat sich die BT nochmal einen netten Streich ausgedacht…

  2. Gravatar Icon 2 tee 10. Februar 2012 um 2:24 Uhr

    Ein „netter Streich“, um darzulegen, „wie es um linke Medien in Deutschland bestellt ist“. Solche Diskreditierungsversuche sind so altbacken und falsch wie der gezwungene Nonkonformismus der BT. Szeneopfer.

  3. Gravatar Icon 3 Wurstmullah 10. Februar 2012 um 14:38 Uhr

    „In einem Vortrag soll allen Freunden und Gegnern der Bonjour Tristesse erklärt werden, warum sie von nun an wieder selber denken müssen.“

    Zum Schluss also noch eine Selbstauskunft der Schreiberlinge über das Verhältnis zu ihren Lesern. Das scheinen merkwürdige Figuren gewesen zu sein (Zombies?). Die haben nämlich offenbar das Denken bis gestern nicht selbst übernommen, sondern an die BT delegiert, also quasi denken lassen. Eine ebenso unverblümte wie aufschlussreiche Charakterisierung dieser Gemeinde durch Menschen, die eigentlich wissen müssten mit wem sie es zu tun hatten – und eine schallende Ohrfeige dazu!

    Bleibt abzuwarten, ob andere Erzeugnisse aus der Kategorie „Drecksblätter, die die Welt nicht braucht“ (aus Berlin, Hamburg, Köln, Freiburg) nachziehen …

  4. Gravatar Icon 4 Finni 10. Februar 2012 um 16:11 Uhr

    Ich weiß zwar nicht, wie es um die BT und ihre Attitüde bestellt ist. Doch die Unterschmugglung eines fingierten Artikels hat schon etwas subversives; eben nicht den ganzen Kram zu glauben, nur weil links draufsteht. Vermeintliche Plausibilität ist kein Gütesiegel für linksradikale Kritik. Da muss mensch schon hinterfragen und skeptisch bleiben. Dass das notwendig ist und die BT das aufgezeigt hat, das hat mir an der Aktion gefallen und so hab‘ ich es wahrgenommen.

    Dass dahinter konkrete Diskreditierung der Phase2 oder generell linksradikaler Publikationen steht, wäre in meinen Augen auch höchst zersetzend und kontraproduktiv für linke Medien.

  5. Gravatar Icon 5 tee 10. Februar 2012 um 17:17 Uhr

    Da hast Du das Wirken der Bonjour Tristesse ja ziemlich gut zusammengefasst.

  6. Gravatar Icon 6 clov 12. Februar 2012 um 12:06 Uhr

    *hrhr* Jenau! Denn tatsächlich richtete sich diese Zersetzungsaktion nicht etwa gegen die imperiale römische Presse (von taz, jungle world bis konkret), sondern gegen einen kleinen gallischen Dorfanzeiger, mit dem man sich bisher in der selben Nische bewegte. Insofern kommen für mich da nur niedere Beweggründe bzw. Befindlichkeiten als Motive in Frage. Naja, wer Schadenfreude mit Humor verwechselt, der/die sollte eh abtreten. Deshalb: Au revoir BT! Hoffen wir, dass ein Nachfolgeprojekt die Hallenser Tristesse besser aufzumischen weiß.

  7. Gravatar Icon 7 Entdinglichung 15. Februar 2012 um 16:44 Uhr

    die Bonjour Tristesse kannte ich noch gar nicht … habe ich da was versäumt oder war das nur eines dieser Fanzines, die verkrampft versuchen, noch doofer als Prodomo und Brüche (oder von der anderen Seite Bruchlinien und rise up) zusammen zu sein?

  8. Gravatar Icon 8 tee 16. Februar 2012 um 3:46 Uhr

    „oder“?

  9. Gravatar Icon 9 Mc boulevard 01. April 2012 um 10:37 Uhr

    Wenn Finni schreibt:
    Dass dahinter konkrete Diskreditierung der Phase2 oder generell linksradikaler Publikationen steht, wäre in meinen Augen auch höchst zersetzend und kontraproduktiv für linke Medien.

    so hat tee recht :
    Da hast Du das Wirken der Bonjour Tristesse ja ziemlich gut zusammengefasst.

    Ich mein komm schon … es wird doch mit allen mitteln versucht auf alles was links zu sein scheint einzudreschen : FC St. Pauli. wird mit nazis verglichen, es gibt einen artikel gegen einen Veggie day und damit vebundene klischees über veganer, force attack wird benutzt um eine vermeitlich „linke Szene anzugreifen“ wobei nicht wenige klischees über punker fallen. uund so weiter …

    Ich weiß das Tee nicht sonderlich gut auf anti-ds zu sprechen ist .. aber diese zeitschrift dürfte wohl ein guter grund für ihn sein … (auch wenn nicht alles was drin steht schlecht ist, aber der ton macht die musik)

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