Archiv der Kategorie 'reudnitz'

rotes reudnitz, bunte platte und … pronx-squat

grundsatzerklärung der initiative rotes reudnitz:

Nicht erst seit den Übergriffen der letzten Monate ist bekannt, dass es in Reudnitz/Leipzig erstarkende rechtsextreme sowie bürgerlich-demokratische Strukturen gibt. Deshalb braucht Reudnitz jetzt kein aktives Bündnis von BürgerInnen, Institutionen und Vereinen, sondern marxistische und sozialistische Aufklärung sowie mehr KP-Mitglieder.

Auf der Basis dieses autokratisch geführten Blogs können ab dem Sommer 2009 alle, die bei Sinnen sind, zusammen für ein friedliches, weltoffenes und rotes Reudnitz arbeiten, vorausgesetzt, dass sie sich vom plumpen Antikommunismus der BI Buntes Reudnitz distanzieren.

Rot statt Bunt!

Der Administrator, 17.08.2009

bemerkenswert auch die linkliste, in der sich neben dem doppeltplusgut und dem anfangs sympathischen atari dann doch wieder die bürgerini befindet. und lyzi, der alte stalinistische emopunk- und blogsport-schwerenöter. mir ist das alles ja zuviel des farbenspiels und als gestandener reudnitzer plädiere ich für die einzig mögliche lösung:

farblos statt kiez! reudnitz abschaffen!

*****

sonstiges: die bunte platte wurde neueröffnet und in wittenberg das alte gesundheitsamt besetzt. viel erfolg beiden und dass ihr nicht nur konzerte und veküs veranstaltet oder gar noch eure ersten pflastersteine versteigert.

ps: apropos konzerte und veküs: im atari ist mal wieder ganz schön was los, gerade „iran am scheideweg“ am 26sten ist zu empfehlen!

ausdifferenziert: nazi-demo in reudnitz am montag, dem 01.09.

nach absage der bürgerdemo nun lokis. auch der polizeipräsident äussert sich.

reudnitzer montagsdemos

die lvz geht tatsächlich leicht in die offensive, nachdem sie anfangs die „naziproblematik“ im fall der „KLEINEN MICHELLE™“ (gelblog) totschwieg … aber geht ja nun auch kaum anders. neben einer „Kritik an Instrumentalisierung des Falls Michelle“ gibt es nun auch eine fotoserie, u.a. unter dem titel: „Demonstranten und Neonazis wollen härtere Strafen für Kinderschänder“. und zu guter letzt ist auch timo tasche schon gesichtet worden. na denn …

nachtrag: zur demo gestern etwas bei indymedia und bei leipzig.noblogs.org (inkl. einer guten übersicht der ereignisse)

2. nachtrag: text von jule aufgetaucht

leipziger ansichten

die flohbude berichtet über die „reudnitzer montagsdemo“:

Welch skurriler Anblick: Zwischen Transparenten mit der Aufschrift “Nationaler Sozialismus, jetzt!” laufen Nachbarn, Supermarktmitarbeiter, ältere Leute. Ist ihnen Wohl bei der ganzen Sache? Wissen sie, wer vor und hinter ihnen läuft, mit wem sie sich in diesen zwei Stunden gemein machen? Ich mag nicht darüber urteilen, denn ein Befragen ist angesichts der Menge an Aufpassern zu riskant. Selbst die Kamerateams bekommen ein bis zwei “Ordner” an die Seite gestellt. Eines aber wird deutlich: Das rechte Spektrum hat ein unglaublich hohes Mobilisierungspotenzial. Zieht man die 200 unpolitischen Mitmarschierer ab, bleiben immer noch um die 900 Leute übrig. Reudnitz zeigt Flagge.

900??? naja, sicher ein zahlendreher1. im kern allerdings fakt, auch wenn gewisse leipziger linke sich so etwas der „sozialen emanzipation“ zuliebe gern zurechtlügen. wenn es allerings an die erklärung der reudnitzer verhältnisse geht, weiss auch die flohbude den schwarzen peter nur der rechten szene zuzuschieben:

Man hat es hier nicht mehr mit einer marodierenden Bande Halbstarker zu tun, die autark und ohne Akzeptanz agieren können. Die Köpfe der Bewegung können sich auf eine breite Basis stützen. Sie sind in die Wohnstuben derer eingesickert, deren Selbstbild das des Verlierers ist, der sich aber trotz aller Benachteiligungen ein ordentliches Maß an Kampfgeist und Widerspruchsrecht bewahrt.

irrtum flohbude. für dich ist „die rechte ideologie“ mit allem was dazugehört nur ein ein böses phänomen, welches in die wohnstuben der *eigentlich* guten bürger/innen „einsickert“. dass die fascho-angriffe des letzten jahres sowie die omnipräsenz vermeintlich rechter jugendlicher und faschohools aus eben diesen wohnzimmern mit ihren weltbildern erst resultiert, darauf kommst du scheinbar nicht. aber du hast ja vielleicht die lösung:

Vielleicht sollte die Stadt selber eine Kundgebung initiieren und dazu ausdrücklich die Reudnitzer einladen. Kommen sie: Gut so! Derart lässt sich nachhaltig Solidarität demonstrieren und die Egal-Einstellung im Ansatz aushebeln. Verweigern sie sich: Auch ok! So gräbt man Rechts schrittweise das Wasser ab, denn von nun an muss man sich keine Unbeteiligtheit mehr vorwerfen lassen.

ok, über’s wasser abgraben reden wir mal lieber nicht. zumal du es ansatzweise selbst erkennst:

Doch dafür sehe ich leider schwarz: Jung schien in der letzten Woche der Erhalt der Computerspielemesse wichtiger zu sein, als die Präsenz vor Ort in schwierigen Zeiten. Ein schwerer politischer Fehler.

allerdings wieder irrtum, kein fehler. nur konsequente politik für den standort „leuchtturm“. für die bürger.

Die Stadt und auch das Linke Spektrum haben die causa Michelle kampflos den Freien Kräften überlassen. Das laute Beschweren über die politische Instrumentalisierung wirkt so lächerlich wie das Zetern des Zuspätgekommenen am leeren Bahnsteig.

damit schiesst du den vogel allerdings ab. das beschweren über die instrumentalisierung wirkt lächerlich, WEIL man selbst nicht instrumentalisiert hätte?! HAHAHAAAA…
(einen kläglichen und peinlichen versuch linker (gegen)instrumentalisierung gab es ja)

  1. siehe lvz, die nach anfänglichem schweigen dann doch berichtete [zurück]

update

mädchen gefunden. diverse mobs ziehen „todesstrafe für kinderschänder!“ skandierend durch reudnitz/stötteritz (eine grössere spontandemo soll’s gegeben haben). atari geht’s (noch?) gut. EDIT: http://leipzig.noblogs.org/post/2008/08/21/nach-auffinden-eines-toten-kindes

grösstenteils ostzonige kackrhetorik

Dann trat die empörte Zivilgesellschaft in Form einer Bürgerinitiative auf den Plan, hängte bunte Wimpel gegen braune Köpfe und ganze Stadtteile wurden plötzlich weltoffen und tolerant halluziniert. So, alles wieder in bester Ordnung, Problem erledigt und Reudnitz rückt wieder aus dem öffentlichen Interesse. Welch ein Glück, man hatte kollektiv böse geträumt, konnte sich nun mit gutem Gewissen in das patriotische Jubelfahnenmeer zur EM stürzen und zeigen, wer die guten Deutschen sind. Der Reudnitzer Bürger stellte sich zum nationalen Großereignis dann doch nicht „nur“ „SCHLAAAAND“ rufend, sonder auch mal mit hoch gestrecktem Arm und „Sieg Heil“ brüllend auf die Straße. Alter, Reudnitz ist einfach mal nicht bunt sondern ein größtenteils ostzoniger Kackhaufen und die benannten zehneinhalb Knallchargen sind nur der Böller darin.

und siehe da, sie wollen ja selbst gar nicht für die emanzipation (insider) zuständig sein:

Und wenn wir schon nicht die Lösung sind… […] … dann sind wir das wenigstens laut.

… wie eben auch 95% der reudnitzer nicht (double-insider).

Schläfst du noch oder tust du was?!

… unter diesem titel wirbt die Bürgerinitiative „Buntes Reudnitz“ für ein „breites, bürgerlich-demokratisches Engagement für ein weltoffenes, buntes und kreatives Reudnitz“. und zwar mit theorie und praxis (pdf).

das Bündnis Ladenschluss rappelt sich auch wieder auf und veranstaltet „Aktionstage in Leipzig – Ladenschluss für Thor Steinar & Co“. vom 17. bis 19. april heisst es also wieder: „hallo leipzig wir sind da – bürgerliche antifa!“

sonst gab es am wochenende eine demo für ein ajz in grünau bzw. ganz allgemein für ein buntes stadtviertel. wohl im rahmen dieser ominösen „freiraumtage“ … whatever. da ging dann auch der „naziangriff“ auf das „“Courage zeigen“-Vorentscheids-Konzert“ etwas unter (indymedia/lepd).

… und der vermisste junge1 ist doch (noch) nicht tot. mit einem opfer bleibt sport trotzdem mord.

und weil’s so schön ist, lass ich die ladenschlüssler noch mal zu wort kommen:

Mit einer möglichen Räumung des „Tönsberg“ ist das Problem also noch lange nicht aus der Welt. Eine wachsende und immer aggressiver auftretende Naziszene und rassistisches und nationalistisches Denken in der „Mitte“ bilden zudem den weiterreichenden gesellschaftlichen Kontext der sich weltoffenen und aufgeklärt gebenden Stadt Leipzig.

Ladenschluss für Thor-Steinar & Co. Schluss mit Rassismus, Nationalismus & Antisemitismus!

  1. EDIT: irrtum meinerseits, bei dem im koma liegenden handelt es sich um den „irrtümlich“ tot erklärten. der vermisste bleibt vermisst und … naja, ihr wisst schon. [zurück]