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mexico city: erstes treffen für die tierbefreiung (primer encuentro de activistats para la liberación animal)

Am Samstag, den 22.03.2008 fand in Mexiko City das “Primer Encuentro de Activistats para la Liberación Animal“ ( Das erste Treffen der AktivistInnen für die Befreiung der Tiere) unter dem Motto “Dia Mundial Sin Carne“ (Welttag ohne Fleisch) statt.
Das Treffen war recht gut von ca. 100 Leuten besucht, welche aus verschiedenen Spektren kamen. Veranstaltungsort war die Dachterrasse der Hare Krishna AnhängerInnen. Im Gebäude befand sich von diesen ein Restaurant, ein Laden mit Verkauf von Textilien und Räume für Konzerte und anderen Aktivitäten. Zwei Häuser weiter gehört ein kleiner Laden noch dazu. Dort wird vegetarisches und veganes Essen sowie Klamotten und Musik verkauft.

Auf dem Treffen boten verschiedene kleine Stände Essen, Trinken und Klamotten an. Es gab einen Infotisch, wo ein riesiges Plakat und Postkarten von der Urchristlichen Glaubensgemeinschaft “Universelles Leben“ ausgestellt waren. Das Material wurde von der Gemeinschaft gespendet.
Desweiteren hing ein weiteres recht grosses Plakat an dem Stand mit dem Vergleich der Tiermorde mit dem Holocaust. Die Aufschrift war “El Holocausto – De 6 Milliones de aimales asasinados cada dia“ (Der Holocaust – 6 Millionen getötete Tiere jeden Tag). Alles in allem machte das drumherum der Veranstaltung einen recht skurrilen Eindruck. Verschärft wurde dieser als beim Eingang durch den Laden auf ein Hallo mit einem Hare Krishna geantwortet wurde. Der Soundcheck verlief mit hineinrufen ins Mikro mit Hare Krishna und die Leute beim saubermachen vor der Veranstaltung summten auch nur recht debil Hare Krishna vor sich hin…

Inhaltlich gab es zuerst einen recht gut recherierten Vortrag über die Unsinnigkeit und dessen gesundheitlichen Auswirkungen des Fleischkonsums. Es wurden etliche Alternativen aufgezeigt, um mit veganer Ernährung zu den lebensnotwendigen Nährstoffen zu gelangen.
Es ging viel darum, dass Fleischkonsum ungesund sei, z.B. Krebserzeugend und Allergie- sowie Asthmafördernd. Als Unterstützung seiner Thesen las er Textauszüge vor und verwies auf die Bücher und Autoren. Der Vortrag machte jedoch den Eindruck, dass ungesunde Ernährung der einzige Grund sei auf vegane Ernährung umzusteigen.

In den folgenden Vorträgen wurde öfters auf tolerantes Verhalten verwiesen und das der Kampf ein gemeinsamer Kampf sei, egal welcher Gruppierung mensch zugehörig sei. Der Verwertungsprozess des Tieres wurde thematisiert z.B., dass die Kuh keine Milch für Menschen gibt und sie von diesen nur ausgebeutet wird. Der Mensch ist nunmal das einzige erwachsene Säugetier, welches immer noch Milch zu sich nimmt. Abgesehen von den domestizierten Tieren, welche extra von den Menschen Milch bekommen.
Die Tiere leben nur für die Produktion, um verwertet zu werden. Sie waren nie frei und werden ihr Leben lang nie frei sein. Tierhaltung wurde mit Konzentrationslager verglichen, und dass wir für die Tiere wie Nazis seien. Leider war die Argumentationsweise, warum mensch vegetarisch/vegan leben sollte recht schwach. So gab es z.B. das Argument, dass das stärkste Tier in der Natur wie der Elefant nunmal auch Vegetarier sei…

Es gab dann noch zwei recht tolle Vorträge, wo direkte Aktionen thematisiert wurden und der Umgang damit. So wurde von einem Redner mehr Selbstkritik, Reflektion und autonome Aktionen gefordert, er rief zum aktiven Schutz der Tiere auf. Auch kam es dann endlich zur Thematisierung des Spezisismus, nur leider recht kurz.
Es gab Informationen über Aktionen in Europa gegen Fleischtransporter, Bauernhäuser und Tierversuchslabore und es wurde zu einer direkten Aktion für eine aktuelle Situation aufgerufen. Und zum Schluss stellte sich noch ein anarchistisches Kollektiv vor, welches sich mit der Thematik der Tierbefreiung auseinandersetzt, mit dem “Wie ?“ und verwies auf tierische Inhaltsstoffe in Kosmetika.

Nach den Vorträgen gab es dann noch eine Elektro Party auf der Dachterrasse, begleitet von einem merkwürdigen Jesus-movie, welches an die Hauswand projeziert wurde.

Es ist wirklich erschreckend, dass es nur diese Abtreibungsgegnerische und homophobe Hare
Krishna Gemeinschaft geschafft hat, ein erstes Tierbefreiungstreffen ins Leben zu rufen. Und es ist zu hoffen, dass dies in Zukunft die autonomen Gruppen vor Ort in die Hand nehmen, sich von totaler totaler Toleranz distanzieren und Position beziehen.

s.

tierbefreiung die nächste

group of anti animal protesters on a mission to save an elephant whose addicted to drugs. helarious

(danke an b. für diesen film und den 66stage-tipp! (dort auch etwas grösser))

freiheit für das obst!

freiheit für die tiere!

gut, hat jetzt auch nicht soo viel mit irgendwelchen (zaun)aufscheider/innen zu tun, wegen derer pelzfarmaktion die medien nun ihr rührseliges „jetzt sterben die armen tiere“ abspulen können. wichtig trotzdem:
adrenalin, selbstwertgefühl und viel viel (kontraproduktive) presse.

… nachdem pinky und der brain sich im dschungel richtig eingelebt hatten:

und immer dran denken: ein stock ist dein freund!

„…und an alle, die erlaubten, dass wir sie aufnehmen. “

Beim Dreh dieses Films wurden die Enten im Tiergarten gequaelt. Auch die zwei Hunde fuehlten sich sehr gestoert, als wir sie zwangen, rueckwaerts zu laufen. Darueber hinaus wurde dem kackenden Vogel ein halbes Glas Abfuhrmittel gegen seinen Willen verabreicht, um die Szene so realistisch wie moeglich zu machen.
Viva Vegan!

(Die fluktuierenden Sichtweisen eines Otto Renners)

unsinnig aber nötig

Und solange der Mensch ebenfalls ein “erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen” (MEW 1, S.385) ist, solange ist es unsinnig für die Befreiung anderer Spezies einzustehen.

… schreiben die tierrechtstage recklinghausen in ihrem „über uns“.
was ich immer sage, dachte ich so und wollte mich gerade wundern …

Allerdings darf diese Befreiung auch nicht hintangestellt werden und erst nach der Befreiung des Menschen erfolgen.

einfach unsinnig …

regressive tendenzen und tendenzielle regressionen

die tierrechtler haben sich so den traum aller politfunktionäre erfüllt – eine basis, die ihrem vertreter nie das vertrauen entzieht. die für tierrechtler entstehende stellverteterposition, in der sie sich notwendig wiederfinden müssen, widerspricht paradoxerweise jedoch der antispeziesistischen weltanschauung, da sich der mensch damit unzulässig über die tiere erhebt. diese inkonsistenz der ideologie führt jedoch nicht zum kritischen hinterfragen dieses denkens, sondern zum umso hartnäckigeren moralisieren im vermeintlichen sinne der tiere. für einen menschen ist es nicht zu erschliessen, wie ein tier sich in bestimmten situationen fühlt. wenn er es dennoch versucht, projeziert er menschliches bewusstsein auf die begriffslose welt der tiere.

wenn sie das [auf den genuss von fleisch verzichten] dann aber tatsächlich tun sollte, dann werden sie diese entscheidung nicht treffen, weil mensch und tier gleich sind, weil menschen auch nur tiere sind wie das tierrechtsorganisationen regelmässig erklären, sondern sie werden das aufgrund des gegenteils tun, weil nämlich der mensch aufgrund seines unterschieds zum tier zu vernunft und emphase fähig ist und damit auch zu mitleid mit der geschundenen kreatur.

dies sind noch zwei der wenigen moderaten und transkriptionswürdigen stellen aus dem sonst unsäglichen vortrag der ag no tears for krauts halle. den ganzen mitschnitt der veranstaltung „who killed bambi – über das regressive bedürfnis deutscher tierfreunde“ kann mensch sich hier leider nicht mehr als mp3 ziehen (war ihnen wohl doch zu peinlich. naja, dafür habe ich hier in der fussnote was verlinkt). [EDIT: hier unter 4. wieder]

wie ich überhaupt auf so‘n scheiss komme?
nun, ich verschlief leider eine (scheinbare) neuauflage der veranstaltung: „who killed bambi – über regressive tendenzen der deutschen tierrechtsbewegung“. toll als mich sonnenwind am tag danach mit einer zusammenfassung darauf aufmerksam machte, dass in meiner linken arschtasche ja noch das a6-glanzpapier mit dem schweinskopf steckt.

na wenigstens weiss ich nun wieder, dass es am 07.06.07 laut flyer ein referat und diskussionen „mit annäherung an die straight edge szene“ geben wird. und zwar um 18 uhr im volkshaus leipzig.

ps: wehe es denkt wer, dass ich mit dem zitierten so konform gehen würde. aber über solche punkte überhaupt mal nachzudenken, könnte sich für manche sicher lohnen …

kleines potpourri

es gibt situationen im leben, da ist ein mund ein mund …

… war meine erste assoziation.
und kurz darauf die zweite:

und während ich mich so lustig von der rebel clown army über sexpuppen zu glasdildos prokrastinierte (anstatt mich ernsthaft über prokrastination zu informieren), dabei so interessante seiten wie beagles & ramsay und diy sex aids yahoote, stiess ich auch auf ein stück vergessene geschichte:

das borghild projekt

Es gab Uneinigkeiten über die Brüste der Borghild. Die SS wollte sie voll und rund, Doktor Hannussen bestand auf einer ‚griffigen Hagebuttenform‘ und setzte sich damit durch.

die hagebuttenform also. na da bezieh ich jetzt besser mal keine stellung.

definitives lied samt video des abends ist aber thou shalt always kill von dan le sac vs scroobius pip (via). aber hinzuweisen ist auch auf einen neuen demotrack, den ignaz mir schmackhaft machte. der nächste und vorletzte musiktipp speziell für meine antispe/veganen freunde kommt von hirnblubb. ein XveganXstraightXedgeXelectroXtrashX-demo für lau von onomat. checkt „freiheit für nicht-/menschliche tiere“ – da zieht’s euch die baumwollsocken aus. na und lysis hat wohl endgültig die „verkürzte kapitalismuskritik“ für sich entdeckt, hihi … (war das schon unwort des jahres beim gegenstandpunkt?)

zuguterletzt dann noch die preisfrage der woche:
was hat sich nick crowe bloss mit bertholtbrechtdotcom gedacht?

antispeziesistische grundrechte?

„schimpanse von gericht in österreich nicht als person anerkannt“ (quelle)

ismen

na gugge: teil 5 der unsäglichen eichmann-reihe ist auf indymedia erschienen.
(teil 4 wurde übrigens von bikepunk etwas angegangen)
das einzige -neben diversen latent vorhandenen anti-ismen und keiner einzigen quellenangabe- was mir beim überfliegen so auffiel war natürlich das (gutgewählte?) datum (aufmerksame westdeutsche diskordianer kennen ja schon die spässchen ihrer gründungsväter) des briefes des argentinischen staatssekretärs:
der 23. mai (weltschildkrötentag!) 1960

sei’s drum.

aber wo wir bei schon bei anti-ismen sind:
zeank pisst ein wenig den ivo an, was vor ihm auch schon ascetonym tat.
ihr seht also, personal ist für alles da. (übrigens: schon abbestellt?)

apropos bozic und feinbilder: fiel mir doch noch ein beitrag über den mir empfohlenen cee ieh-beitrag safer sex für hedonisten auf. schreibt ivo dort erst über das verhälnis leipzigs zur gesamten antideutschen welt (2-euro-stück auf einem tennisball), was rein gefühlsmässig tatsächlich hinkommen könnte. wow, lustich.

ehrlich!

dann aber packt er wieder mal das ganz dicke feinbild aus, welches in besagtem artikel doch mal (leicht) objektiv betrachtet wurde: den bösen mainstream!

naja, gelacht hab ich dann auch mehr über die kommentare dazu:
über den dreiteiligen von ihrwisstschon:

das ist ja auch nicht meine logik. ich bin auch kein freund der industriellen massentierhaltung. aber das hat halt mit dem klima nix zu tun…

(klimawandel – fakten und argumente: seite 27 der pdf)

und selbst wenn es irgendwie um drei ecken etwas damit zu hätte, wäre es trotzdem zwecklos, vegetarier zu werden. das sind scheinaktivitäten zur aufmunterung unseres gewissens. mehr nicht.

(je nach sichtweise der wirkung politischer aktivität allgemein, ne?!)

und sowas erwarte ich von antideutschen eigentlich nicht… das ist meine logik. oder so meinte ichs jedenfalls….

(achso, ähm … ja. na dann!)

und vor allem über den von hegelxx:

Ich halte die ganze Klimadiskussion für einen Hype, den im übrigen auch israelische Wissenschaftler anzweifeln. Und nicht nur die.
Nur, jetzt war halt mal kein „ordentlicher Winter“ in Stalingrad, äh Deutschland, und fast alle fangen an zu heulen…

(hyper, hyper …)

shalom, tee

„der tee wird schon auch noch vegan“

… hallte es wieder einmal vor kurzem in meiner birne nach

und 3 tage, 1 nacht und 176 kaffee später stiess der resthall dann zufällig auf einen resthallverstärker, nämlich: vegan – ökologisch – politisch.
wie immer durchaus streitbar, war es aber mal wieder ein stück social critique, welches ich trotz meines aufmerksamkeitsdefizits in einem stück verschlungen habe (immerhin musste ich mehrmals scrollen!).
drückt er doch den grössten teil der auch meinigen kritik am veganismus in schönen, harten worten aus. ich kann keinesfalls alle seiner schlussfolgerungen mitgehen, andererseits könnte ich auch noch welche hinzufügen. im grossen und ganzen kommt die herrschaftskritische komponente ein wenig zu kurz (die viele veganer/innen sehr wohl zumindest im hinterkopf haben), ohne die die ganze veganismuskritik aussieht, als wär sie mit veganem perwoll gewaschen und würde auch noch so riechen. in solch einem kritikkleid würde ich mich nicht wohl fühlen (weshalb ich in der beziehung noch fast nackt bin). schreibt er doch fast ausschliesslich vom leid und schmerz sowie dessen verhinderung/verminderung und geht nicht auf die vielschichtigen beweggründe für oder gegen veganismus, bspw. die soziokulturellen ursachen der tierverwertung und ihre darauf(leerzeichen)folgende ablehnung, ein. wer wann woran, wie und weshalb kritik äussert, diese kritisiert, sich kritik entzieht, selbstkritik unterzieht oder aller kritik verweigert hat viele ursachen, die ich im einzelnen jetzt mal nicht nenne, da ich grad merke, dass ich wirres zeug schreibe… jedenfalls ist sein blickpunkt in diesem fall der ökologie leider ein starrer, nämlich ziemlich moralischer. wer gesellschaft verändern will, darf sich auch der opfer nicht schämen (bitte nicht falsch verstehen!). jörg allerdings scheint um himmels willen alle schonen zu wollen (z.b. mit der containerei), was ich nicht verurteile, aber schliesslich scheint er seinen weg schon betoniert zu haben, während ich mich noch mehr durchs gebüsch schlage. so habe ich auch wenig hoffnung einmal einen trampelpfad wie den veganismus zu benutzen, ganz zu schweigen von kommunistischen/anarchistischen autobahnen.

resümee: keins

p.s.: bei aller kritik und antikritik halte ich (z.z.) antispeziesistische bemühungen für unterstützenswert und nicht wegdenkbar in sog. emanzipatorischen irgendwassen

anzeige (einschleimen hat geholfen)

„och, nichts…“

zitat der woche

sinngemässes schlusswort aus‘m beitrag (deutschlandfunk) zum gesellschaftlichen umgang mit genveränderten lebensmitteln in der usa bzw des nicht vorhandenen bewusstseins der konsument/innen dort:
auf dem parkplatz der shopping-mall antwortete eine junge frau auf die frage, ob sie sich wegen genfood sorgt:

„nein, ich bin vegetarierin und ausserdem wasche ich mein gemüse immer!“